Zentralistisches Baselbiet?

Immer wieder wird in der Tageswoche (und mittlerweile auch in anderen Medien) die These vertreten, das Baselbiet sei zu zentralistisch. Es gebe zu wenig Mittel für die Gemeinden und der Kanton habe zu viel Macht. Damit aber die Dörfer (!) mehr Kompetenzen übernehmen könnten, müssten sie zuerst gestärkt werden. Dafür fehle ihnen aber häufig das nötige Personal. Es brauche also Gemeindefusionen, die ebendieser Kanton aber verhindere.

1. Der Finanzausgleich verhindert den Druck auf die kleinen Dörfer. Wieso sollten sie also fusionieren?

2. Die reichen Gemeinden haben ebensowenig Druck. Weshalb sollten sie also fusionieren?

Wäre das Baselbiet zentralistisch, dann würden die Gemeinden gezwungen, sich zusammenzuschliessen. Aber der Kanton ist es eben nicht. Jede Gemeinde hat ihr eigenes Altersleitbild, ihre eigene Spitex, ihre eigene Tempo 30-Zone, die sie auch selber gestaltet (Schwellen, Blumentröge, Berliner Kissen etc.), ihr eigenes Baugesetz. Der VBLG (Verband Basellandschaftlicher Gemeinden) stellt sich häufig quer, wenn es darum geht, Abläufe zu vereinfachen. Zum Beispiel wurde mein Vorstoss, eine Pro Kopf-Abgabe für die Spitex einzuführen mit dem Argument abgelehnt, dass jede Gemeinde ihr Budget selber verwalten wolle. Es ging nicht sehr lange und eine kleine Gemeinde mit schwer kranken Kindern hatte alle Mühe, ihr explodierendes Budget in den Griff zu bekommen…Ein zentralistisches Baselbiet hätte eingegriffen, hätte ein Rahmengesetz erlassen, dass gerade im medizinischen Bereich die Bildung von Räumen fördert und nicht den Föderalismus unterstützt.

Raumplanerisch macht Birsstadt vor, was möglich wäre, wenn man denn wollen täte. Im Leimental warten wir mal ab. Wir schwören hier zum Beispiel sehr auf Diskussionen über einen Ortsbus, der in Oberwil schon längst bewilligt war, während Bottmingen sich noch Jahre darüber stritt oder über die Quartier-Strasse, die in Binningen mit Tempo 30 gekennzeichnet war aber in Bottmingen mit Tempo 50…Herr Rockenbach bezeichnet das als Bürgernähe – kann man.

Ich erwarte vom Leimental, dass es Stärke zeigt und sich endlich zur Leimenstadt zusammenschliesst. Die Gemeindeversammlungen können als Quartierversammlungen weiterexistieren, aber es braucht doch kaum sechs komplette Gemeinderäte, oder? Dringend wäre auch die Planung der Räume. Eine Stadt braucht Grünräume, die bei uns bedenklich schwinden. Ein Ausbau der Veloverbindungen würde übrigens auch nicht schaden…Ach ja, da wartet man auf den kantonalen Velorahmenkredit.

Nun endlich wieder Zeit

Es war eine intensive Woche, in der ich den ÖV ausserordentlich gut genutzt habe. Lausanne, Bern, Zürich, nochmals Zürich und nochmals Bern waren die Ziele. Als ausserordentliche Ereignisse dürfen der ParlamentarierInnen-Lunch von physioswiss am Mittwoch und der Eröffnungsapéro der Praxis am Donnerstag bezeichnet werden. Aufgrund der Feiertage mussten die Patienten mit wenigen Tagen Vorlieb nehmen. Nun kehrt wieder etwas Normalität zurück – zumindest im Baselbiet, denn gewisse Kantone haben am Donnerstag (Fronleichnam) schon wieder einen Feiertag mit möglicher Brücke…

Morgen gehts wieder zu den Grauen Panthern: Thema „Integrierte Versorgung“. Managed Care haben wir ja schon erledigt 😉

 

Alain Berset

war am Dienstag in Reinach. Er hielt ein Referat zu Managed Care und beantwortete Fragen aus dem Publikum. Ein wirkliches Feuer für die Vorlage war nicht zu spüren. Es ginge halt um die Zukunft und da – da bin ich mit ihm einig – wird die integrierte Versorgung eine grosse Rolle spielen. Gestern war für mich der Managed Care-Schlusspunkt in Gelterkinden. Die Fragen sind immer dieselben, die Verunsicherung gross. So war meine Empfehlung an die Gelterkinder: vertraut eurem Bauchgefühl. Nicht sehr politisch, aber ehrlich. Und das Bauchgefühl scheint den meisten „Nein“ zu sagen, sogar am Dienstag in Reinach, wo eigentlich die FDP Organisatorin war und die hat bekanntlich die Ja-Parole gefasst…

Persönlich kann ich sagen, dass ich Alain Berset die Hand geschüttelt habe, immerhin. Ist ja ein Anfang. Die Managed Care Vorlage hat aber zu guten Kontakten zu den Hausärzten Baselland geführt. Integrierte Politik zum zweiten also.

Integrierte Politik

Heute morgen fanden sich Ärzte, Parteienvertreter und Vertreter von gemeinnützigen Organisationen unter der Führung des VPOD zu einer Medienkonferenz. Thema: Managed Care. Ein breiter Widerstand hat sich formiert. SVP und SP sassen für einmal einträchtig nebeneinander und hatten sogar dieselben Argumente. Bei der SVP hat offenbar die Basis gesprochen und ihre nationale Fraktion „gekehrt“.

Passend dazu ein Schreiben der FDP, die mich zum Ja-Komitee einlädt. Warum sich ausgerechnet die FDP derart stark macht für diese Vorlage verstehe ich nicht. Dieselbe FDP hat noch mit der freien Spitalwahl und dem Markt geworben, als es um die Spitalauslagerung ging. Hier nun wird die freie Arzt- und TherapeutInnenwahl gefährdet und die FDP unterstützt dies…

Medienmitteilung_16 5 2012

Genf

Nach drei Tagen Genf wieder zurück in Basel. Zwei Tage lang stand der physiocongress im Vordergrund, anschliessend fand auch die Delegiertenversammlung von physioswiss statt. Dabei wurde nun zum ersten Mal der Titel Klinischer Spezialist/Klinische Spezialistin physioswiss vergeben – ein Meilenstein in der Verbandsgeschichte. Mein Fachgebiet ist ja die Geriatrie und ich werde mich mit dem Thema Klinische Spezialistin  physioswiss sicher beschäftigen. Meine mittlerweile 20-jährige Berufserfahrung möchte ich schon gerne dokumentieren. Allerdings lagern die Belege in unterschiedlichsten Formen in Schachteln, Laptops und anderen Behältnissen…Zeit, diese endlich zu sichten.

Der Kantonalverband Genf organisierte einen Anlass mit Delegierten, Zentralvorstand und Geschäftsstelle. Es gab eine sehr lehrreiche Stadtführung inkl. Besteigung des Turmes der Kathedrale von St. Pierre und Orgelspiel und danach ein traditionelles Essen. Danke an Ann und Jean-Quentin!

Zu nächtlicher Stunde

gibts noch etwas Spitalpolitik. Heute kurz vor der Gruppe Gesundheit des VPOD referiert (zu Managed Care), dann viel vom Mikrokosmos Kantonsspital Baselland und Psychiatrie Baselland erfahren. Ob alles erlaubt ist, was da so abgerechnet wird, muss noch abgeklärt werden.

Passend dazu gabs danach noch den Report von Telebasel zur Basler Spitalpolitik. Es lief darauf hinaus, dass das Bruderholzspital unnötig sei und eigentlich die Baselbieter dies endlich einsehen sollten. Ich bin auch der Meinung, dass endlich eine strategisch-medizinische Ausrichtung her muss (Geriatrie wäre eine gewesen…), aber so einfach ist das natürlich nicht. Völlig ausgeblendet wurden in dem Bericht die Privatspitäler. Und die Frauen…

Die Frauen gabs dann im Bericht der Rundschau über Palliative Care. In der Pflege, nicht in der Planung natürlich. Schade, wurde die Hospiz-Idee nicht gezeigt. Immerhin haben wir mit dem Hospiz im Park eines im Baselbiet! Es wurde hauptsächlich über mangelnde Bezahlung der Leistungen geklagt, was natürlich auch wichtig ist. Es mangelt aber ganz grundsätzlich an der Zusammenarbeit zum Wohle der Patienten, womit wir wieder bei oben genannter MC gelandet wären…

GPK Bericht zur VGD

Viele Abkürzungen, viele Anfragen. Nachdem letzte Woche der Bericht der landrätlichen Geschäftsprüfungskommission (GPK) über die Volkswirtschafts- und Gesundheitsdirektion (VGD) erschienen ist, hagelte es Anfragen von Journalisten. Beantwortet habe ich keine, vor allem aus zeitlichen Gründen. Wäre die Abstimmung über die Auslagerung der Spitäler anders verlaufen, wenn die Zukunft des Bruderholzspitasl schon klar gewesen wäre? Sie wäre anders verlaufen, wenn die Menschen realisiert hätten, dass keine Strategie betreffend Spitäler im Kanton Baselland vorhanden ist. Das schon. Dass die VGK ungenügend informiert wurde, scheint nur wenig zu interessieren. Medien erhalten die Mitteilungen jeweils vor der VGK. Ist das in Ordnung? Für die Medien schon, für mich weniger. Allerdings habe ich mich die letzten Jahre oft engagiert, ohne dass die Medien darauf eingegangen wären. Bei der Pflegefinanzierung zum Beispiel. Oder beim Geriatriespital, dass dazu geführt hätte, dass Synergien auf dem Bruderholz hätten genutzt werden können. Nach der Auslagerung gilt: aus der Verwaltung – aus dem Sinn. In Solothurn plädiert ein bürgerlicher Politiker für den Neubau des Bürgerspitals Solothurn. Und bei uns? Macht offenbar die GPK Politik. Das ist aber immer nur ein Rückblick. Bei uns schaut man lieber zurück, als nach vorne. So viel zum Regierungsrat als strategisches Organ.

 

Leben mit Behinderung

Ein Wochenende im Zeichen der Menschen mit Behinderung. Gestern habe ich den Stand von procap Fricktal an der Expoduo in Sulz besucht. Leider war der Standort ziemlich unglücklich und ich hoffe, dass trotzdem einige Menschen den Weg dorthin gefunden haben. Herzlichen Dank an die Engagierten der Sektion procap Fricktal für ihren Einsatz!

Heute morgen ging es feierlich zu im Grossratssaal in Basel: die IVB feierte ihren 80. Geburtstag mit der Generalversammlung und einem Apéro. Da procap Nordwestsschweiz und die IVB denselben Vizepräsidenten haben und etliche gemeinsame Mitglieder war es eine Selbstverständlichkeit, eine kurze Grussbotschaft vorzutragen. Danke für die Einladung an die IVB und auf eine weiterhin gute Zusammenarbeit, denn der Präsident Marcel W. Buess wurde wiedergewählt und hat dieselbe Amtszeit wie ich bei procap NWS.

Leider ist das Thema „Fahrten für Behinderte“ noch lange nicht erledigt. Vor zwei Tagen erhielt ich wieder einen Telefonanruf deswegen. Das Leben mit Behinderung ist eben viel komplexer als in politischen Vorlagen. Es ist ein schwacher Trost, dass ein runder Tisch stattgefunden hat und wir in beiden Kantonen daran sind, rasch Lösungen zu finden. Im Sinne der Gleichberechtigung gilt der Grundsatz, dass der Wunsch nach Mobilität auch für Menschen mit Behinderung legitim ist, egal wie diese aussieht. Man stelle sich vor, gesunde Menschen müssten jedes Mal begründen, weshalb sie das Auto benutzen, statt den ÖV…

Dazu gehört auch die Integration von Kindern mit Behinderung in die Regelschule. Sollte da nicht auch der Grundsatz „die beste Schule für jedes Kind“ gelten?

Öffentliche Gesundheitskasse

Heute Abend informiere ich die SP Sektion Bottmingen über die Initiative für eine öffentliche Gesundheitskasse. Eigentlich bin ich momentan mehr zum Thema Managed Care unterwegs, aber der Krankenkassen-Bereich ist natürlich auch wichtig zumal physioswiss im Initiativkomitee war. Am 23. Mai werden die 120000 beglaubigten Unterschriften eingereicht, bis zur Volksabstimmung wird es noch eine Weile gehen.

Das Gesundheitswesen hält mich also weiterhin auf Trab.

Desaster in der Spitalpolitik

Das ist der Titel der Medienmitteilung der SP Baselland. Führte nun schon zu zwei Radiointerviews. Während die einen jubeln, weil sie 911 Millionen Franken weniger ausgeben zu müssen glauben, machen wir uns Sorgen um die Versorgung der Patientinnen und Patienten. Die Regierungen sprechen viel von Forschung und freier Spitalwahl, während ich mich heute über 10 Stunden um die „Forschungsobjekte“ gekümmert habe, die nicht einmal wissen, welchen Arzt sie anrufen sollen, wenn sie Schmerzen haben, geschweige, welches Spital für sie das geeignete wäre. Darum wird die SP am 3. Mai auch eine dringliche Motion einreichen. Die integrierte Versorgung soll endlich auch in Baselland verwirklicht werden. Chronisch kranke und ältere Patienten haben dies verdient. Mir ist der Inhalt der Spitäler allemal wichtiger als die Hülle, aber das sehen nicht alle so. Heute wurde aber klar eine Chance verpasst ein gemeinsames, gutes Projekt vorzustellen.

Was zu erwarten war

6 Jahre und 13,2 Millionen Franken später ist die Spitallandschaft BS/BL so, wie sie immer schon war: fragmentiert. Die Regierungen gaben heute in einer Medienmitteilung folgendes bekannt:

Die Regierungen der Kantone Basel-Stadt und Basel-Landschaft verzichten auf ein
gemeinsames Zentrum für Akutgeriatrie und Rehabilitation am Standort Bruderholz –
Einführung einer umfassenden Freizügigkeit zwischen Basel-Stadt und Basel-
Landschaft

Das Bauprojekt „Schicht für Schicht“ für zwei Spital-Neubauten auf dem Bruderholz –
Neubau des Kantonsspitals Bruderholz (KSB) und Zentrum für Akutgeriatrie und Re-
habilitation beider Basel (ZAR) – wurde gestoppt. Aufgrund der neuen Regelungen zur
Spitalfinanzierung erachtet die Regierung des Kantons Basel-Landschaft die zu täti-
genden Investitionen als nicht tragbar. Das KSB soll wie bisher weitergeführt werden.
Der Verwaltungsrat des Felix Platter-Spitals kann nun seinerseits die Planung und Re-
alisierung eines Neubauprojekts in Angriff nehmen. Ferner soll im Sinne eines ge-
meinsamen Gesundheitsversorgungsraumes die umfassende Freizügigkeit zwischen
beiden Kantonen für deren Einwohnerinnen und Einwohner bis spätestens Anfang
2014 eingeführt werden. Schliesslich haben die Regierungen die Unterstützung des
Aufbaus eines Zentrums für Klinische Forschung CRC (Clinical Research Center CRC)
am Universitätsspital Basel beschlossen.

Die Regierung des Kantons Basel-Landschaft verzichtet auf den geprüften Neubau für das
Kantonsspital Bruderholz (KSB). Aufgrund der neuen Regelungen zur Spitalfinanzierung
werden die zu tätigenden Investitionen in diesem Ausmass als nicht tragbar erachtet. Die
Kosten gemäss Vorprojektierung beliefen sich für das Akutspital Bruderholz auf 543 Millio-
nen Franken und für das Zentrum für Akutgeriatrie und Rehabilitation (ZAR) auf 368 Millio-
nen, total demnach auf 911 Millionen Franken. Die Neuberechnung der zu tätigenden Inves-
titionen des Projekts „Neubau Bruderholz“ zeigt demnach ein Kostenvolumen, welches den
ursprünglich geplanten Kostenrahmen massiv überschreitet (Parlamentsvorlagen KSB und
GKZ/ZAR total 651 Mio. Franken / Kostenschätzung Neubauten Bruderholz nach Abschluss
des zweistufigen Wettbewerbverfahrens total 757 Millionen Franken). Mit Blick auf die neue
Spitalfinanzierung und der damit einhergehenden Überprüfung der Finanzierbarkeit hat die
Regierung des Kantons Basel-Landschaft daher das Bauprojekt „Schicht um Schicht“ ge-
stoppt.

Das jetzt gestoppte Bauprojekt der Neubauten KSB und ZAR auf dem Bruderholz erforderte
bisher Projektierungskosten von insgesamt 13.2 Millionen Franken, wobei der Kanton Basel-
Landschaft einen Anteil von 10.6 Millionen, der Kanton Basel-Stadt von 2.6 Millionen Fran-
ken trägt.

Neues Geriatrie-Kompetenzzentrum auf dem Areal des Felix Platter-Spitals

Betroffen von diesem Entscheid ist auch das gemeinsame Projekt „Zentrum für Akutgeriatrie
und Rehabilitation beider Basel“. Die Regierungen der Kantone Basel-Landschaft und Basel-
Stadt waren im Juli 2008 zum Schluss gekommen, dass das gemeinsame Geriatrie-
Kompetenzzentrum auf dem Bruderholz zu verwirklichen sei. Dort sollten die bisherigen Ge-

riatrie- und Rehabilitationsbetten des Felix Platter-Spitals und des Kantonsspitals Bruderholz
in einem Komplex zusammengezogen werden.

Nachdem nun auch die Arbeiten für ein gemeinsames Zentrum für Akutgeriatrie und Rehabi-
litation gestoppt wurden, kann der Verwaltungsrat des Felix Platter-Spitals nun seinerseits
die Planung und Realisierung eines Neubauprojekts in Angriff nehmen. Eine rasche Planung
ist deshalb nötig, weil ein Ersatzbau für das Geriatriespital aufgrund von feuerpolizeilichen
Auflagen zügig in Angriff genommen werden muss. In die Planung des neuen Geriatriespitals
auf dem Areal des FPS wird betreffend Grösse und Bedarf die freie Spitalwahl und damit zu-
sammenhängend die Freizügigkeit zwischen den Kantonen Basel-Stadt und Basel-
Landschaft mitberücksichtigt.

Gemeinsamer Gesundheitsversorgungsraum mit freier Spitalwahl

Im weiteren haben die Regierungen der Kantone Basel-Stadt und Basel-Landschaft, im Sin-
ne eines gemeinsamen Gesundheitsversorgungsraumes, beschlossen, dass die Einwohne-
rinnen und Einwohner beider Kantone in den Genuss einer kompletten Freizügigkeit – im
Sinne der vom Bundesparlament beschlossenen freien Spitalwahl – in den beiden Kantonen
kommen sollen. Das hat zur Folge, dass für alle Einwohnerinnen und Einwohner beider Kan-
tone sämtliche Spitäler in Basel-Stadt und Basel-Landschaft, die sich auf der Spitalliste be-
finden, ohne zusätzliche Kostenfolge zur Verfügung stehen. Es gilt der Preis, welcher am
entsprechenden Spital verhandelt wurde. Diese komplette Freizügigkeit soll bis spätestens 1.
Januar 2014 eingeführt werden.

Überdies sollen mit den Nachbarkantonen Solothurn und Aargau im Hinblick auf eine Aus-
weitung der kompletten Freizügigkeit auf den Gesundheitsversorgungsraum Nordwest-
schweiz Gespräche aufgenommen werden. Bereits Ende 2010 haben die Kantone Basel-
Landschaft, Basel-Stadt, Aargau und Solothurn einen gemeinsamen Versorgungsbericht
präsentiert (Medienmitteilung vom 4.11.2010). Dies in der Folge des revidierten Krankenver-
sicherungsgesetzes, mit dem der eidgenössische Gesetzgeber den Kantonen den Auftrag
erteilt, ihre stationäre Versorgung in den Spitälern per 2012 leistungsorientiert und bedarfs-
gerecht zu planen, sowie die Spitalplanung untereinander zu koordinieren.

Zentrum für Klinische Forschung am Universitätsspital Basel

Schliesslich haben die Regierungen der Kantone Basel-Stadt und Basel-Landschaft be-
schlossen, die Gründung eines Zentrums für Klinische Forschung CRC (Clinical Research
Center CRC) am Universitätsspital Basel (USB) zu unterstützen und zu gleichen Teilen zu
finanzieren. Dieser Beschluss basiert auf dem Bericht „Gemeinsame Strategie ab 2010 und
Massnahmenplan der Regierungen der Kantone Basel-Landschaft und Basel-Stadt sowie
Handelskammer beider Basel für eine klinische Forschung und Wachstum im Bereich Life
Sciences in der Region Basel“. Hauptfokus dieses Berichts, den die Kantone Basel-Stadt
und Basel-Landschaft gemeinsam mit der Handelskammer beider Basel im Juni 2011 verab-
schiedet haben, liegt auf der Stärkung der klinischen Forschung in der Region Nordwest-
schweiz.

Die herausragende wirtschaftliche Bedeutung der Life-Sciences-Industrie für die Region
äussert sich unter anderem in mehr als 26’000 zum grössten Teil hoch qualifizierten Arbeits-

plätzen und einem Beitrag an der regionalen Bruttowertschöpfung von rund 24 Prozent (BAK
Basel 2009). Es liegt demnach im Interesse des Wirtschaftsstandortes Basel, dass das
überdurchschnittliche Wertschöpfungspotential der Life-Sciences-Industrie über die nächsten
Jahre und Jahrzehnte gezielt weiterentwickelt wird.

Für eine nationale und internationale Positionierung des Life-Sciences-Standortes Basel ist
nebst der Grundlagenforschung eine exzellente patientenorientierte klinische Forschung
zentral. Diese umfasst insbesondere Studien an gesunden Freiwilligen oder Patienten, ent-
weder im Zusammenhang mit der Entwicklung von Medikamenten, von Behandlungsmetho-
den (Clinical Trials) oder der Erforschung anderer klinisch relevanter Fragestellung. Im Be-
reich der klinischen Forschung muss demnach insbesondere dem Umstand Rechnung ge-
tragen werden, dass die Forschenden, um im weltweiten Wettbewerb bestehen zu können,
auf eine grosse Anzahl Patientinnen und Patienten angewiesen sind. Diese Patientenzahl
kann nur dann erreicht werden, wenn möglichst viele Spitäler der Nordwestschweiz bei For-
schungsprojekten mitarbeiten.

Aus diesen Gründen wurde nun beschlossen, in der Region Basel eine bewusste Konzep-
tualisierung, Stärkung und Gliederung der klinischen Forschung zu etablieren. Dazu soll ein
Zentrum für Klinische Forschung (Clinical Research Center CRC) am USB geschaffen wer-
den, womit auch die Clinical Trial Units (CTC) am USB gestärkt werden.

 

Es ist eine ungenutzte Chance. Dass dafür 2014 (!) alle PatientInnen und Patienten frei über die Kantonsgrenze BS/BL zirkulieren dürfen, ist ja nur ein schwacher Trost für eine wirklich eigenartige Spitalplanung. Umso mehr, als mit der Spitalfinanzierung Investoren für die Spitäler hätten gesucht werden können und damit das Argument „zu teuer“ wegfällt.

Eigenbrötlerin

Beim Fahrradfahren kommen mir immer wieder Wortspiele in den Sinn, ohne wissenschaftlichen Hintergrund allerdings… Als Besitzerin eines Brotbackautomaten bin ich mittlerweile zur Eigenbrötlerin avanciert. Als am Sonntagabend brotmässiger Notstand auftrat (die Männer beschlagnahmten das restliche Brot, worauf die Frauen für den Montag brotlos waren), konnte ich kurzerhand in die Vorratskiste greifen und Tomatenbrot backen. Getrocknete Tomaten, Gewürze, Zwiebeln und Knoblauch ergaben mit Mehl, Wasser und Öl die Zwischenverpflegung der Prinzessin und mein Mittagessen. Köstlich!

So ein eigenbrötlerisches Leben ist sehr empfehlenswert!

Andere Werte

Gestern fand auch die Geschäftsdelegiertenversammlung der SP Baselland in Niederdorf statt. Es galt Präsidium und Vizepräsidium zu wählen und Einiges zur Kenntnis zu nehmen, wie das halt so üblich ist. Die Statuten wurden angepasst und drei Männer aus der Geschäftsleitung verabschiedet. Glücklicherweise finden sich immer wieder Menschen, die sich in den Gremien engagieren wollen. An dieser Stelle herzlichen Dank dafür!

Dann mussten auch noch die Parolen für die Abstimmungen vom 17. Juni gefasst werden. Beim Entlastungsrahmengesetz war alles noch klar: Nein! Dann wurde es aber komplexer und schliesslich beschloss die Versammlung ein Nein zur Privatisierung der Notariatsdienste. Ein Ja gab es zur Reorganisation der Gerichtsbezirke. Das Eine vom Anderen zu unterscheiden, war gar nicht so einfach. In einem halbwegs ruhigen Leben geht man ja weder häufig zum Notar noch zum Gericht, ausser man ist Juristin…

Bei den nationalen Vorlagen wurde es klar: Nein zum Bausparen II, zur Initiative „Staatsverträge vors Volk“ und zu Managed Care. Dort gabs zwar einige Enthaltungen, aber keine Diskussion. Meine Folien haben sich bewährt und werden noch einige Male genutzt. Trotz der Debatte hier im Blog unterscheide ich weiterhin zwischen Integrierter VERSORGUNG und MANAGED care.

Wahre Werte

Gestern war Holzbau-Tag. Wir besuchten unseren alten Boden, den wir seit drei Jahre bei der Holzbau-Firma zwischengelagert haben . Nun wird er bald wieder seinen angestammten Platz im alten Haus einnehmen können. Vorne im Bild sieht man, wie er beim Ausbau aussah, hinten wie er gehobelt und geölt (quasi aufbereitet) in alter Schönheit erstrahlt. Bei der Restaurierung kam die Inschrift des Schreiners zum Vorschein. Es brauchte die Hilfe eines Professors um diese alte Schrift zu entziffern. 1835 fertigte der Schreiner Anton Hug aus Bütz diesen Boden an und verewigte sich mit seinem Bleistift. Der Boden ist zwar wurmstichig und einige Teile mussten ersetzt werden, aber er ist – wie wir uns überzeugen konnten – begehbar. Der heutige Schreiner erzählte uns voller Begeisterung von seiner Restaurierungsarbeit und wir teilen sein Glück. Denn zunächst schien ich die Einzige zu sein, die diesen alten Boden behalten wollte. Es hat sich aber gezeigt, dass die schwierige Lösung manchmal die beste ist. Wahre Werte zeigen sich oft erst später…

 

Grundeinkommen

Letzte Woche wurde die Initiative für ein Grundeinkommen lanciert. „Die Zeit“ schrieb in einem Artikel, weshalb ein Grundeinkommen eine schlechte Idee sei. Eigentlich dachte ich bisher, dass „Die Zeit“ eine liberale Zeitung sei und neuen Gedanken gegenüber offen. Auch andere zeigten sich kritisch. Die Motivation zur Arbeit sinke bei einem garantierten Grundeinkommen. Weshalb ist mir nicht so ganz klar. Natürlich ist eine gerechte Entschädigung für Arbeit erstrebenswert. Bei der Definition von „Arbeit“ wird es aber schon problematisch. Weshalb soll künstlerische Arbeit nicht gleich viel Wert sein, wie andere. Wer definiert, welche Arbeit wertvoll ist und welche nicht? Es sind gesellschaftliche Konventionen, die doch durchaus hinterfragt werden dürfen. Ich begrüsse die Diskussion und die Initiative sehr, weil es ein mutiger Schritt ist, endlich das Althergebrachte kritisch zu betrachten. Meine Motivation zur Arbeit besteht nicht nur aus Geld, sondern aus tausend anderen Dingen.