Behinderung und Mobilität

Fahrten für Menschen mit Behinderung. Dieses Thema hat mich die letzten Tage ziemlich auf Trab gehalten. Ein Fahrgast hat mich auf die Problematik aufmerksam gemacht und ich bin der Sache nachgegangen. Wie so oft ist es (auch) eine Frage der Kommunikation, denn hätte der Herr vorher gewusst, wie viel ihn die Fahrt von Basel nach Rheinfelden kostet, hätte er sich vielleicht anders entschieden. Es ändert aber nichts daran, dass wir uns Lösungen überlegen müssen. Es ist wie bei der Pflegefinanzierung schwer zu verstehen, wieso von einem Tag (31.12.) zum anderen (1.1.) alles teurer wird. Als Präsidentin von Procap NWS ist es mir ein Anliegen, für alle Menschen mit Behinderung gute Lösungen zu finden. Wir leben in einer sehr mobilen Welt. Oft ist uns aber zu wenig bewusst, dass es trotzdem noch viele Hindernissen gibt. Was nutzt mir die tolle, rollstuhlgängige S-Bahn, wenn ich nicht zum Bahnhof komme oder nicht von dort weg? Wer je einen Menschen im Rollstuhl geschoben hat, kann sich an jeden Randstein, jede Schräge im Trottoir, jede Rampe erinnern. Gesunde Menschen lassen sich ungern einschränken, Menschen mit Behinderung geht es gleich. Man nennt dies Gleichstellung…

Scheingefechte

Die Herren Wulff und Hildebrand beschäftigen die Medien. Darf man das, was die Herren getan haben bzw. von dem vermutet wird, dass sie es getan haben? Bei beiden geht es um Geld, Ehrlichkeit und Integrität. Niemandem, das muss festgehalten werden, ist etwas passiert, niemand wurde verletzt – es ist nur Geld. Warum nur, frage ich mich, wird das Thema medial derart gewichtet? Auch wenn die Herren zurücktreten würden, was würde sich auf der Welt dadurch ändern? Herzlich wenig, befürchte ich. Natürlich fordere ich Gerechtigkeit, aber die hörte schon bei den 40 Mio. Franken Jahresentschädigung für Herrn Vasella auf und das ist Jahre her. Haben wir die wirklich die Illusion, dass jemand, der 500’000 Franken in Dollar wechselt, die selbe Weltsicht hat, wie jemand mit einem Jahreseinkommen von 50’000?

Die Frage lautet nun: wer hat etwas von diesen Diskussionen? Geld regiert die Welt und ich nehme an, dass diese Aufmerksamkeit für ein Thema dazu führt, dass andere andere Geschäfte machen. Also ich bin es schon mal nicht…

Wahllos

Wünsche in diesem für mich fast wahllosen Jahr meinen fleissigen Leserinnen und Lesern alles Gute für das neue Jahr. Wenn wir Glück haben und die Welt nicht untergeht, haben wir ja ein schwieriges Jahr vor uns – so steht es in den Zeitungen. Sie haben sich zur kollektiven Miesepetrigkeit zusammengefunden, die nun schon am 3. Januar auf unseren Schultern lastet. Aber hier lassen wir uns nicht unterkriegen!

Schliesslich gibt es durchaus Perspektiven: in Deutschland machen sich die ersten Gemeinden energieautark und Guerilla-gardening (wildes Pflanzen überall) kommt neben dem Guerilla-Stricken (alles wird umstrickt – warum auch immer) in Mode. Handwerk ist gefragt und ich habe dem König prompt Wollsocken auf Weihnachten geschenkt (im Sinne der Transparenz: es waren zwei Knäuel Wolle, aber immerhin habe ich nun schon 1 1/2 Socken fertig…).

Eigentliche Vorsätze habe ich keine gefasst, aber in rekordverdächtiger Zeit habe ich nun alle Lohnausweise meiner Angestellten fertig, die Lohnsummen gemeldet und die Buchhaltung braucht nur noch ein wenig Feinschliff.

Ganz wahllos bin ich ja nicht. Die Generalversammlung von Procap Nordwestschweiz wird den Vorstand wählen. Da wir aber keine Wechsel haben, nehme ich an, dass dies unbestritten ist. Und natürlich stehen die Gemeindewahlen im Frühling an. Der Prinz wird seine ersten politischen Erfahrungen machen. Werde mich aber möglichst mit gutgemeinten Ratschlägen zurückhalten.

Politisches gibts dann ab morgen wieder.

Weihnachten

Dieses Jahr gibt es immerhin einen Adventskranz, der seinen Namen verdient, da er RUND ist. Nachdem die Gugelhopf-Form im entscheidenden Moment ihren Dienst versagte (sie löste sich innerlich auf…), wurde sie getreu dem Motto „aus alt mach neu“ zum Adventskranz-Fundament umfunktioniert. Zugegebenermassen ist er ziemlich kitschig und ich habe daher, wenn schon -denn schon, die kitschigste Aufnahme genommen, die ich machen konnte.

Allen Leserinnen und Lesern wünsche ich frohe und erholsame Weihnachten, ein glückliches, fröhliches und gesundes neues Jahr und ich freue mich, weiterhin gelesen zu werden. Wem es bis zum 2. Januar langweilig werden sollte, dem sei die „Zeit“ und vor allem das „Zeit-Magazin“ mit redigierten Texten empfohlen. Werde mich fürderhin an die Empfehlungen des selbigen halten..

Adventskranz Gugelhopf

Stürmische Zeiten

waren die letzten Tage. Ein Orkan blies über die Schweiz, der Bundesrat ist erneuert, das Budget in Baselland verabschiedet und meine Interpellation zu den gemeinwirtschaftlichen Leistungen in der kantonalen Psychiatrie hat hohe Wellen geworfen. Dabei müsste Regierungsrat Zwick nicht über die Chefärzte schimpfen, die den Brief öffentlich gemacht haben, sondern Engagement für die Leistungen der Psychiatrie zeigen. Es gibt einfach Dinge, die der Staat finanzieren muss. Dazu gehört auch eine psychiatrische Versorgung, die nicht „erwirtschaftet“ werden kann. Studien zeigen, dass Sucht, Demenz und Depression zunehmen. Kein Markt dafür, keine Effizienzsteigerung möglich – so einfach ist das. Menschen mit psychischen Erkrankungen werden nicht angestellt, haben Schwierigkeiten, eine Wohnung zu finden und die Arbeit mit ihren Angehörigen wird von niemandem finanziert. Wir bezahlen locker 14 Mio. für eine Tramlinienverlängerung, streichen dann aber bei den ambulanten psychiatrischen Diensten – so einfach sieht die Wahrheit aus. Die Regierung habe noch nicht entschieden und es gebe noch eine Vorlage für den Landrat ist die Antwort von RR Zwick. Gut, aber ich will die Öffentlichkeit sensibilisieren und danke daher den Chefärzten für ihren Mut.

Gestern

Gratuliere Alain Berset herzlich zu seiner Wahl in den Bundesrat! Dank Radio blieb ich gestern auf dem Laufenden und freue mich nun auf frischen Wind. Mein Wunsch wäre, dass Didier Burkhalter ins Aussendepartement wechselt, aber es ist ja noch nicht Weihnachten…

Gestern begann auch die Budgetdebatte im Landrat. Meine Anträge hatten keine Chance, aber immerhin konnte ich vorbringen, dass Baselland Tourismus sich endlich um den Unterhalt der Wanderwege kümmern soll, wenn sie schon damit Werbung machen und vom Kanton 600’000 Franken pro Jahr erhalten. Den Antrag, die Einzahlung in den Wirtschaftsförderungsfonds zu sistieren, habe ich zurückgezogen, allerdings mit dem Appell an den Regierungsrat, die angesammelten 15 Mio. Franken auch endlich zu investieren. Dass nun die Prämienverbilligungen gekürzt werden und das Personal keinen Teuerungsausgleich erhält, hat die SP zwar bekämpft, war aber chancenlos. Wenn Herr Ballmer nicht sermonartig „Das Leiden kommt vom Wünschen her“ vorbringen würde, wäre die Welt auch besser. Denn es geht nicht ums Wünschen, sondern darum, was der Kanton wirklich will, ausser sich selber verwalten. Es ist kein Drive zu spüren, kein Wille, in irgendeine (!) Richtung zu gehen. Wir waren einmal ein fortschrittlicher Kanton in der Energiepolitik, im Gesundheitswesen (z.B. Psychiatrie) und nun?

Heute gehts weiter, die Bildungspostulate stehen auf der Traktandenliste. Die Demo gestern war imposant, die Wirkung wird sich heute zeigen. Die SP muss ja nicht überzeugt werden. An dieser Stelle danke ich für die vielen Schreiben, aber sie wären nicht nötig gewesen…

Aktuelles

Nun sind zwei Bundesrätinnen bereits gewählt: Doris Leuthard und Eveline Widmer-Schlumpf. Die SVP hat damit schon mal verloren. Nach all den Vorfällen erstaunt das kaum.“ Die Konkordanz sei tot“, kommentiert eine SVP-Vertreterin im Moment. Nun wird analysiert. Alles falsch gemacht, analysiere ich. Ging es nicht einmal darum, die besten Mitglieder für den Bundesrat zu wählen? Ach, lange her. Aber bei der Volkswahl, die von der SVP so gewünscht wird, wäre die Konkordanz wohl auch kein Thema. Ist noch schwierig, oder? Wünsche mir einfach, dass die Politik wieder weiter gehen kann, endlich nach den Wahlen. Besonders bei den Gesundheitsthemen.

Rückblick

Auf Einladung von Werner Rufi, Torwart des FC Landrats und Landrat aus Oberwil, durfte ich letzten Samstag im Stadion das Spiel FC Basel – FC Luzern verfolgen. An dieser Stelle nochmals herzlichen Dank! Das Spiel war zwar etwas flau, aber im Hinblick auf das wichtige Spiel von morgen gegen ManU war die Zurückhaltung des FCB wohl vernünftig. Nach einer nicht sehr erfolgreichen Saison hat der FC Landrat sein Jahr mit einem Essen mit ehemaligen FCB Fussballgrössen beendet. An der Moral liegt es also nicht. Die technischen Fähigkeiten müssen über den Winter wohl einfach etwas verbessert werden. Leider kann ich ausser meiner Ausdauer im Laufen nicht viel beitragen, aber immerhin. Ab und zu hole ich so noch einen Ball, bevor er in unser Tor rollt….

Den Stadtlauf habe ich übrigens ohne Training auf dem 76. Rang beendet, nächsten Sonntag gehts noch an den Silvesterlauf, dann ist für eine Weile ausruhen angesagt. Nächstes Jahr sollte dann alles besser werden, wenigstens konditionell.

Vorschau

Morgen Mittwoch erscheint um 19.20 Uhr ein Beitrag auf Telebasel zum Thema Graue Panther und die Pflegefinanzierung. Durfte letzte Woche auch einige Sätze in die Kamera sprechen, bin gespannt. Die Zusammenarbeit mit den Grauen Panthern klappt gut, bin schliesslich auch Mitglied. Schon gewusst, dass man mit 18 Mitglied werden kann? Es gibt seit letzter Woche auch ein Tango-Tram mit dem Namen „Graue Panther“. Diese setzen also in der Öffentlichkeitsarbeit zum grossen Sprung an. Gratulation!

Pflegefinanzierung zum xten

Die Wahrscheinlichkeit, dass meine Motion  „Ombudsstelle für Pflege“ noch heute im Landrat behandelt wird, sinkt massiv. Mittlerweile sind wir bei Traktandum 6 und es ist Nachmittag. Immerhin wurden meine Fragen im Rahmen der Fragerunde beantwortet. Telebasel führte ein Interview zum Thema am Morgen. Herr Zwick ist der Meinung, dass die Tarife Sache der Gemeinden sind, die sie per Leistungsauftrag zu regeln haben. Die Beschwerden werden im 1. Quartal 2012 beantwortet, so seine Antwort. Damit können sie ans Kantonsgericht gelangen. Für alte Menschen sicher kein Problem ;-(. Meine Motion lehnt der Regierungsrat übrigens ab. Wäre auch zu einfach, so eine Anlaufstelle für all diejenigen, die Pflege brauchen. Nun übe ich mich, wie übrigens auch die Grauen Panther und etliche Bewohnerinnen und Bewohner in den Pflegeheimen, in Geduld und hoffe auf baldige Traktandierung.

Wutbürgerin

Ein Wort – ein Trend. Die WutbürgerInnen scheinen überall zu sein. Sie wüten gegen vieles. Selbstkritisch muss ich mitteilen, dass ich wohl auch so eine geworden bin. Bevor die Unterschriftensammlung für die nationale Erbschaftssteuer richtig angelaufen ist, werden die Notariate überrannt, weil die Häuser noch vor dem 1.1.12 unbedingt verschenkt werden müssen. Immerhin gibt es Gebühren und damit Einnahmen für den Staat. Dem Kanton Baselland kann das im Moment nur Recht sein. Allerdings stellt sich schon die Frage, warum so verzweifelt versucht wird, eventuelle (!) Steuern zu umgehen. „Man hat viel – man gibt ab“, so war das Erfolgsmodell. Nun gilt aber „man hat viel – man behält es“. Kein Wunder, nehmen die WutbürgerInnen zu, genauso wie die Reichen, denen ja auch bei der nationalen Erbschaftssteuer immer noch 2 Mio. Franken (!) bleiben würden.

Physiotarif

Am 11.11.11 (das Datum lässt es erahnen) fand das letzte ergebnislose Gespräch zwischen Tarifsuisse und physioswiss statt. Ziel war, eine moderate Erhöhung des seit 1998 geltenden Taxpunktwertes zu erreichen. Nicht nur die Preise haben sich seit 1998 massiv verändert, auch die Medizin ist eine andere geworden. DRG! Managed care! Markt! Viele glauben immer noch an die Ökonomie und begreifen nicht, dass Medizin eben mehr ist als Fälle durch ein System von Anreizen und Sanktionen zu jagen.
Natürlich haben wir eine Medienmitteilung versandt und mit Journalisten Kontakt aufgenommen. Kein Interesse hieß es. Wir Physiotherapeutinnen arbeiten ja weiter wie bisher. In der Politik werden wir zwar beachtet, so wie man exotische Tiere beachtet. Wirklich wichtig sind wir aber offenbar nicht. Es heißt zwar, dass unter DRG die ambulanten Dienste mehr gefordert werden. Ist es klar, dass wir Physiotherapeutinnen das sind? Und wir sollen dies noch die nächsten Jahre mit der selben Entschädigung tun? Wir brauchen die Politik, die für Ordnung sorgt, nicht nur für Markt. Mittlerweile haben sich aus der Santésuisse drei Einkaufsgemeinschaften gebildet. Wer soll mit wem worüber verhandeln? Antworten bitte.

Volksspital

Am Donnerstag hat der Landrat beschlossen, die Spitalauslagerung dem Volk vorzulegen. So direkt geht das ja nicht, aber wenn das 4/5 Mehr nicht erreicht wird, wird ein Gesetz,und darum geht es bei der Spitalauslagerung ja, automatisch dem Volk zur Abstimmung unterbreitet. Wir müssen damit also nicht Unterschriften für ein Referendum sammeln, sondern nur sehr konzentriert die grünen und roten Knöpfe der elektronischen Abstimmungsanlage bearbeiten. Die SP erachtet die Frage, ob ein Spital bzw. In unserem Fall drei, aus der Verwaltung und damit aus dem demokratischen Einflussbereich des Staates ausgegliedert werden soll, als so wichtig, dass wir für eine engagierte Abstimmungsdiskussion sorgen wollen. Meine Meinung dürfte ja mittlerweile bekannt sein. Warum, so frage ich mich, wird nicht zum Beispiel die Steuerverwaltung ausgelagert? Gibt ja genügend Firmen, die das könnten…Nicht, dass ich dafür wäre, aber die Frage darf frau sich ja schon stellen.

Jubiläum 3

Noch ein Jubiläum gibt es heute zu feiern: die Grauen Panther NWS können ihr 25-jähriges Bestehen feiern und tun dies mit einer Buch-Vernissage heute im Union Basel und einem anschließenden Essen. Als normales Mitglied freue ich mich auf dieses Fest und gratuliere von „offizieller“ Seite herzlich.
Die Basellandschaftliche Zeitung bietet zu diesem Thema zwei interessante Artikel

Graue Panther

Ein Kanton auf dem Weg ins Altersheim

Jetzt wäre noch die Frage, wo der Kanton betreffend Alterspolitik steht. Ist Sache der Gemeinde, ich weiß. Und das wars als Strategie? Im Budget des Kantons sind für 2012 40 Mio. Franken als Investitionsbeiträge an die Pflegeheime eingestellt. Und wer bezahlt die Pflege? Wieviel Spitexpflege wäre mit 40 Mio. möglich? Und das Geriatriespital? Die Anforderungen an die Gerontopsychatrie werden immer höher. Fordere seit Jahren Investitionen in Menschen statt in Beton. Bleibe dabei.

Grundlagen

Gestern fand die Sektionsversammlung der SP Oberwil/Biel-Benken statt. Traktandum: Gemeindewahlen 2012. Kandidatinnen und Kandidaten für die Gemeindekommission wurden gesucht und gefunden (!). Die Demokratie gründet auf solchen kleinen Gremien mit nicht so sehr viel Einfluss, aber viel Informations- und Mitsprachemöglichkeit. Alle vier Jahre ist die Suche nicht einfach, sind doch alle beschäftigt und engagiert. Die Aussicht, vier Jahre stundenlange Sitzungen zu haben ist ja wahrscheinlich nicht so attraktiv. Und doch stellen sich Menschen zur Verfügung und die SP Sektion organisiert den ganzen Wahlkampf. Finde das toll! Ich wünsche allen viel Energie und den Mut, Engagement zu zeigen. Manchmal geht der Weg dann weiter in den Landrat oder so. Einige meiner ehemaligen GK-Kollegen sehe ich nun jeweils donnerstags in Liestal.