Mobil II

Gestern Velotour von Sulz bis Oberwil. Gefühlte Kilometer: 70! Effektive ca. 52. War sehr schön, so dem Rhein entlang. Von Basel bis Laufenburg fährt die praktische S1 mit Niederflureinstieg und Veloabstellplatz, genial. Falls es jemand nachfahren möchte: bitte nur Velo mit Sattelfederung. Der Waldweg zwischen Wallbach und Rheinfelden ist romantisch, aber auch sehr erschütternd. Nebenbei noch Lösungsstudie für das Problem Velo im Kreisel betrieben. Warum kann der Kanton Aargau Dinge, die der Kanton Baselland nicht kann? Extra Velospur im Kreisel zum Beispiel?

Mobil

In unserer Gesellschaft hat sich ein eigenartiges System etabliert: immer wenn das Mobiltelefonabonnement abläuft – so alle ein bis zwei Jahre – darf frau sich ein neues Mobiltelefon aussuchen. Der Witz dabei ist, dass ich alle Mühe hatte, ein neues Telefon zu kaufen, als mein altes kaputt war. Das gibts nämlich auch. Das ging damals so lange, bis sich ein Verkäufer meiner erbarmte, mir ein Telefon mit einer neuen Nummer verkaufte und die neue SIM-Karte durch die alte ersetzte. Jetzt habe ich also ein neues, meine Telefongesellschaft weiss das aber ja nicht und bietet mir ein neues Abonnement nur mit neuem Telefon an. Die meisten technischen Daten verstehe ich nicht, so wähle ich mein Telefon konsequent nach der Farbe aus. Rot natürlich! Womit ich jetzt zwei rote hätte. An alle Werbestrategen: so ist die Welt. Einfach und rot.

Disziplin

Diskutieren im Landrat gerade ein Postulat betreffend Massnahmen bei Disziplinarverstössen auf der Sekundarstufe. Dabei geht es darum, die Arrestzeit von zwei auf vier Stunden ausdehnen zu können. Wir von der SP sind dagegen, weil wir nicht jede Strafe hier im Parlament behandeln wollen. Schliesslich sollen die LehrerInnen das selber entscheiden. Interessant am Ganzen ist, dass es ein Lehrer (Grün) ist, der etliche Vorstösse in der selben Richtung eingereicht hat. Würde er bei mir arbeiten, würde ich ihm anraten, sich beruflich anders auszurichten. Heute behandeln wir auch noch seine Vorstösse zur Sperrung von „festzeit“, zum „Einsatz von Fachlehrkräften an der Primarschule“ und zur „Vergrösserung der zulässigen Bandbreite der Über- und Unterstunden von Lehrkräften“. Haben wir Probleme…

Nein – nein – nein

Für einmal wähle ich ein dreifaches Nein für die Abstimmungen vom 1. Juni.
Der Verfassungsartikel „Qualität und Wirtschaftlichkeit in der Krankenversicherung“ muss unbedingt abgelehnt werden. Bin heute dem Nein-Komitee beigetreten, jawoll. Übrigens sind alle drei Vorlagen aus der Küche der V-Partei. Der Verfassungsartikel wurde wohl geschustert, damit diese Partei ihr Initiative zurückzieht. Hat sie getan, nun können wir auch noch den Verfassungsartikel (was der dort zu suchen hat??) auch ablehnen. Soll sich mal jemand melden, der von seiner Krankenkasse gefragt wurde ob er jetzt wieder gesund sei und ob er sich von all den „Leistungserbringern“ gut behandelt gefühlt habe. So wegen Qualität und so

Ämtli

Uns Politikern wird ja gerne Ämtlikumulation vorgeworfen. Da kommt wirklich eines zum anderen und irgendwie ist es dann plötzlich viel. Gestern wurde ich Kassierin unser Sektion. Dieses Ämtli muss ja auch jemand machen. Aber dann sind ja da noch die Vorstandssitzung und die Sitzung der Sachgruppe und Landrat und die Sitzung des Netzwerks und die Sitzung der Projektgruppe und…Alles wichtig, Demokratie läuft bei uns so. Glücklicherweise hat sich auch gestern Abend an der Generalversammlung für fast jedes Amt jemand gefunden. Nur VizepräsidentIn wollte niemand werden. Geht auch ohne, muss ja. Soll ja Leute geben, die mit ihren Ämtli, die dort Verwaltungsratmandate heissen, viel Geld verdienen. Im real existierenden Leben erhält man aber meistens einen freundlichen Dank, wenn überhaupt.

Kantonsbibliothek

Muss jetzt noch meine Lobeshymne für die Kantonsbibliothek Liestal loswerden. Bin letzte Woche Mitglied geworden, da der Landratstag ja immer eine Mittagspause bietet, die ja gut und gerne mit Kultur und Essen gefüllt werden kann. Die Mitarbeiterinnen sind an Freundlichkeit nicht zu überbieten, habe mich selten so wohl gefühlt! Die Auswahl ist natürlich riesig und ich kann per Internet vorbestellen. Dann legt man nur noch seine Karte auf das Ausleihgerät, dann den ganzen Stapel Bücher (auf einmal) und fertig. Dann mit den eroberten Schätzen ins Café im Hause und das gute Essen geniessen. Im Sommer hats auch eine Terrasse. Allen Zugreisenden, die durch Liestal gefahren sind, ist der Bau mit seiner grünen Kuppel sicher bekannt. Aussteigen lohnt sich!

Korrektur

Bin übrigens nicht Präsidentin der Sachgruppe Gesundheit der SP BL (siehe Beitrag vom 22.4.) sondern Koordinatorin, wurde mir mitgeteilt. Womit alles klar wäre. Darf aber trotzdem versuchen, die Truppe zusammenzutrommeln, ein halbwegs vernünftiges Jahresprogramm auf die Beine zu stellen und einen Sitzungstermin zu finden. Den Termin habe ich schon mal. Mal schauen, ob sich auch TeilnehmerInnen finden lassen. Aber ich kann auch ganz gut mit mir alleine sitzen. Das wird dann einfach eine kurze Sitzung.

Aarau retour

Gestern Abend in Aarau: Generalversammlung des Kinderspitex Vereines Nordwestschweiz. Wurde in den Vorstand gewählt, was mich sehr freut. Habe sogar noch Blumen bekommen, dabei habe ich ja noch gar nichts gemacht…
Die Rückfahrt mit dem Zug war eine einsame Reise durch die Nacht. Seltsam, wie ausgestorben die Bahnhöfe sind. Muss mal Zeit finden, Aarau näher kennenzulernen. Das gestern kanns ja nicht gewesen sein, oder?

Lichtsensor

Der gestrige Tag hatte auch sein Helles. Erzähle von meinem Velolicht, das ständig leuchtet, was ja praktisch ist, aber nicht unbedingt nötig. Habe übrigens Nabendynamo, also energietechnisch i.O. Die Geschäftsführerin von Pro Velo Basel hat mir dann aber erklärt, dass mein Velo einen eingebauten Lichtsensor habe, vorausgesetzt ich würde den Schalter richtig nach oben schieben…Mein Velo merkt jetzt von alleine, wenns dunkel ist und schaltet dann das Licht ein. Wusste a) nicht, dass es das gibt und b) nicht, dass ich das habe. Aber schön, fahre ich mit einem Hightech-Velo durch die Gegend.

Fachstelle für Gleichstellung

Am 1. Juni stimmen wir über die Abschaffung der Fachstelle für Gleichstellung von Mann und Frau ab. Dies verdanken wir der Patei mit dem V. Natürlich sollte man/frau NEIN stimmen. Am Vorabend einen Artikel in der „Handelszeitung“ gelesen. Uns Frauen fehle es an Kampfwillen für eine Karriere, stand dort. Und der Artikel war bebildert mit??? Zwei Frauen, die Kaffee trinken, gopf! Dazu stand, es reiche halt nicht, zusammen Kaffee zu trinken. Geschrieben war der Artikel von einer Frau, deren Name ich sofort wieder vergessen habe. Aber vielleicht sollte man sie als frau ausschliessen. Ich schreibe euch dann, wenn ich so gemütlich karrierefördernd Kaffee trinke. Es gibt immer noch viel zu tun, stimmen wir nein.

Vorabend

Der Abend vor dem Landratstag dient mir dazu, die Unterlagen zu sammeln, zu sortieren und teilweise auch zu suchen. Morgen sind 31 Geschäfte traktandiert. Meist schaffen wir nicht alle. Obwohl die Vorlagen im Internet verfügbar sind, erhalten wir alle noch in Papierform. Ich musste mir ein Landratsregal anlegen, damit die Übersicht gewahrt bleibt. Ob ich alles lese? Nein, aber es gibt schon Personen, die dies tun. Ich muss mich auf „meine“ Themen beschränken und lese quer bei den anderen. An der frühmorgendlichen Fraktionssitzung werden dann alle Vorlagen diskutiert, wobei jedes Mitglied sein Fachgebiet hat. Teamarbeit eben. Abends dann noch die gemeinsame Sitzung mit unserer Schwesterfraktion aus Basel-Stadt. In Gruppen werden nochmals gewisse Themen über die Kantonsgrenze behandelt. Wird ein langer Tag…

Altersprognose

Unser Gesundheitsobservatorium (hat nichts mit den Sternen zu tun) sagt folgendes voraus: bis ins Jahr 2030 – schlappe 22 Jahre also noch – steigen die Gesundheitskosten massiv, weil wir Babyboomer ins Alter kommen und nichts Besseres zu tun haben, als ins Altersheim zu wechseln. Bis dann brauchen wir auch noch massig Spitex. Darum muss jetzt alles getan werden, damit wir ganz gesund alt werden. Nun gibt es ziemlich viele Dinge, die einen davon abhalten können, überhaupt alt zu werden oder gesund zu bleiben. Vielleicht könnte man auch den Schluss ziehen, dass es rein wirtschaftlich vor allem gut wäre, Pflegepersonal auszubilden und auch anständig zu bezahlen. Denn diese Menschen brauchen wir vor allem.

Wir von der SP

Wir von der SP Baselland hatten am Samstag unsere Delegiertenversammlung. Wir wählten ganz viele Leute, darunter einen neuen Präsidenten (Martin Rüegg), eine neue Vizepräsidentin (Annemarie Marbet) und diverse andere Leute für diverse andere Ämter. Z.B. für die Geschäftsleitung, Revisoren, Schiedskommissionsmitglieder etc. Es hat sich für jedes Amt jemand gefunden und ich möchte hier meinen Dank an alle aussprechen. Interessanterweise wurde ich ohne eigenes Zutun Präsidentin der Sachgruppe Gesundheit, die erst einmal getagt hat, aber ich gelobe Besserung (wusste ja nicht, dass ich die Präsidentin bin…) und gehöre jetzt einer Vorbereitungsgruppe für eine Tagung im November (!) zum Thema Alterspolitik an. Unser neuer Präsident Christian Levrat hat auch gesprochen und es war gut.

Anti-Velo

Es gibt Tage, da denkt man: wollt ihr mich alle ärgern? Es regnet in Strömen, die Pelerine flattert im Wind, die Hosen sind nass, die Autofahrenden mufflig, überholen wo es ihnen passt, müssen Gas geben, um zu zeigen, dass sie es im Trockenen auch nicht einfach haben, schiessen aus Garagen, dass es ein Graus ist. Glücklich, wenn man wieder drinnen ist. Lebendig.