Heute eine angeregte e-mail-Diskussion mit einem Journalisten geführt. Es geht um die Vorlage „Aktionsprogramm gesundes Körpergewicht“. Habe am 10. April ja schon darüber geschrieben. Ist es nun rassistisch, wenn es in der Vorlage heisst, dass Kinder mit Migrationshintergrund häufiger dick sind (adipös) und man deshalb in ausgewählten Quartieren spezielle Aktionen durchführen will? Wenn ja, wie soll man es dann ausdrücken? Denn Erhebungen zeigen eben genau das. Was meist damit zusammenhängt, dass zu wenig Bewegung auf zu viele billige Kalorien (Fett und Zucker) trifft. Was wiederum mit Wohnumfeld und tiefen Löhnen zu tun hat etc.
Kategorie: Denk-Rad
keine BaZ
Nachdem ich mich dazu entschieden habe, gnädigst das Gratisabo der BaZ anzunehmen, habe ich nie eine Zeitung erhalten. So bleibe ich weitgehend frühmorgendlich unbebazt. Soll eben nicht sein. Dafür weckt mich jeden Morgen Punkt 5.55 Uhr das Mofa des Zeitungsverträgers. Erinnert mich dann an den Film „Und täglich grüsst das Murmeltier“, toller Film übrigens. Nein, ausnahmsweise schweife ich nicht vom Murmeltier zum Bären. Obwohl die BaZ heute ein grosses Bild vom toten Bären JJ3 brachte. Wahrscheinlich als Kontrapunkt zu Flocke, dem Kuscheleisbären.
Games
Geschenk sei Dank bin ich heute in die Welt der Online-Games eingetreten. Mein Resultat: habe einige Wölfe umgebracht, weil ich eine Aufgabe erledigen musste („quest“ genannt), dann bin ich innert kürzester Zeit zwei Mal gestorben, ohne jemandem etwas getan zu haben. Nach einer Stunde bin ich nun wieder ausgestiegen, um EFP reicher.
Testergebnis
Das weite Feld des Internets hat es in sich: ich bin ein loyaler Idealist. Es hätte noch 15 weitere Einteilungen gegeben (ehrlicherweise waren die anderen attraktiver). Aber nun, man kann nicht gegen seine inneren Werte. Aber loyaler Idealist? Wenn ich wüsste, welche Antworten ich geben müsste, würde ich den Test glatt noch einmal machen. Wer will denn schon ein loyaler Idealist sein?
Ortspolitik
In unserem Dorf, das mittlerweile eine Stadt geworden ist, herrscht Unruhe. Mehrere Blöcke mit günstigen Mietwohnungen sollen abgerissen und durch neue teurere ersetzt werden. Nur wo sollen die Menschen hin? Es gibt in unserem Dorf, das jetzt eben eine Stadt mit exklusiven Eigentumswohnungen geworden ist, fast keine günstigen Wohnungen mehr. Soll sich jetzt die Gemeinde einmischen? Hat sie die Pflicht, für ihre Steuerzahler eine Wohnung zu organisieren oder nicht? Die Alternative ist, dass die Gemeinde Mietzinszuschüsse bezahlt. Damit finanziert sie aber eigentlich die Rendite der Hausbesitzer. Vielleicht wird der soziale Wohnungsbau doch wieder zum Thema. Alterswohnungen sind schon wichtig, aber andere müssen auch wohnen.
Bewegte Jugend II
Nun startet die Regierung unseres Kantons ein Aktionsprogramm gegen übergewichtige Kinder. Kostenpunkt 1,4 Mio. Franken. Ein Punkt: Kinder sollen sich mehr bewegen. Wird in der Kommission noch beraten. Schlage folgendes vor: Sport gibts nur noch auf Französisch, dafür gibts dann die doppelte Stundenzahl. Der bewegte Schulweg wird zum Programm erklärt, die selbst bewegten Verkehrsmittel werden in den Unterricht integriert (Sicherheit, Gleichgewicht etc.). Halte euch auf dem Laufenden.
bewegte Jugend
Der Gemeinderat von Tenniken hat zusammen mit der Schulleitung beschlossen, dass die Kinder nicht mehr mit Trottinett, Velo und anderen gefährlichen Dingen in die Schule fahren dürfen. Es sei schon zu mehreren „Beinahe-Unfällen“ gekommen (??). Interessanterweise wurde das Autofahren nicht verboten. Zum Glück ist vorderhand das Gehen noch erlaubt, obwohl dies durchaus auch gefährlich sein kann. Eine Möglichkeit wäre ja auch gewesen, Velo und andere Geräte in den Sportunterricht einzubeziehen und damit sicherer zu machen. Stelle mir gerade vor, wie ich all meinen älteren Patienten das Gehen verbiete, weil sie doch tatsächlich immer wieder fallen und sich verletzen (nicht nur beinahe).
Zukunftstrends
Gestern einen Vortrag über Zukunftstrends (Trends sind nur kurze Erscheinungen, ein Zukunftstrend ist ein Forschungsresultat) gehört. Das Gute vorweg: ich lebe schon das, was in zehn Jahren zum allgemeinen Trend wird. Z.B. Dienstleistungsgesellschaft, Gesundheitsbereich, jeder wird Unternehmer, Überalterung (alt wird man ja von alleine, ist keine grosse Anstrengung…), Sinnsuche. Die Frage ist jetzt nur: da ich jetzt schon lebe, was in zehn Jahren sein wird, was mache ich denn in zehn Jahren? Definitiv was anderes! Denn die Sinnsuche ist durchaus auch schon Teil meines Alltags. Politisch wie persönlich.
Weg
Der Weg ist das Ziel. Aber das Weg im Sinne von Wegbleiben war jetzt auch mal ein Experiment. Hat ja toll geklappt. Bin ich mal weg, bleibt alles beim Alten. Ist ja vielleicht auch gut so. Obwohl ich diesmal seeehr weit weg war, im Land, wo Toiletten, Fahrstühle, Rolltreppen und Automaten mit den Menschen reden. Nicht, dass sie zuhören würden, dafür sind sie nicht eingerichtet. Aber irgendwer redet immer. Nur die Menschen sind erstaunlich stumm, vor allem in den Zügen und U-Bahnen. Dafür singen sie herzhaft, allerdings erst nach Zugabe von Alkohol. Soll ja die Stimmbänder ölen. Dort in jenem fernen Land gibt es übrigens alle 10 m einen Getränkeautomaten mit Petflaschen. Aber niemand lässt sie liegen. Sogar warmen Milchkaffee in der Dose kann frau haben. Es gibt viele Mülleimer, schön nach Sorten getrennt (PET, Papier, Plastik, anderes). Und sie werden fleissig genutzt und ebenso fleissig geleert.
Die Leserschaft wirds schon ahnen: meine persönliche Klimabilanz ist nun völlig schief, da müsste ich wohl jetzt 200 Jahre Velo fahren. Schön wars trotzdem.
Was ist eine richtige Familie
Gerade eben haben wir ein Postulat (vorher war es noch eine Motion) der SVP überwiesen, mit dem Ziel, dass man als selbstbetreuende Eltern einen Steuerabzug machen kann. Dies, weil man die Betreuungskosten teilweise abziehen kann und damit irgendwie die „normalen“ bzw. „traditionellen“ (O-Ton) Familien benachteiligt werden. Interessanterweise wird von der selben Partei immer wieder behauptet, wie lausig die Eltern heutzutage erziehen. Eigenartig, oder? Hauptsache, alle zahlen weniger Steuern.
Streik
Für alle, die den Streik in Bellinzona unterstützen wollen:
Gegen den Stellenabbau bei SBB Cargo
Es muss einfach andere Wege geben, SBB Cargo in die schwarzen Zahlen zu bringen! Stellenabbau muss immer die letzte Option sein. Was verdienen eigentlich die Chefs bei SBB Cargo? Weiss das jemand?
Links/Rechtskurve
Gestern das erste Baselbieter Parlamentarier Schneesport-Festival auf dem Sörenberg. Mit Startnummer 1 gestartet (endlich einmal Nummer 1!), kurvte ich einigermassen ungestört links/rechts und wurde Dritte. Wie immer waren aber die Gespräche nebenbei das eigentlich Interessante. Mit Grün und Blau und Orange Gespräche geführt. Erstaunlich viele Gemeinsamkeiten gefunden, aber nicht nur. Mit Kommissionspräsident auf dem Skilift noch schnell die nächste Sitzung geplant. Viel gegessen, viel Ski gefahren, viel gelacht. Danke hiermit dem Skiclub Reigoldswil und dem Sportamt Baselland ganz herzlich für die Organisation. George Clooney lässt übrigens grüssen. Er ist halbwegs elegant und ziemlich dynamisch ins Ziel gestürzt, aber es geht ihm gut.
Keine Altersplanung
Gestern Abend Veranstaltung zum Thema „Altersplanung Baselland“. Irgendwie gibt es sie offenbar oder auch wieder nicht. Die 230 (!) Zuhörer und Zuhörerinnen waren ziemlich unzufrieden nach den diversen Referaten. Sie hatten – wie ich – erwartet, dass konkrete Vorschläge gemacht würden. In unserem Kanton sind Alters- und Pflegeheime, Spitex etc. Sache der Gemeinden. Auf der einen Seite wünschen sie sich vom Kanton Unterstützung in der Planung und Organisation, auf der anderen Seite gibt es solche, die auf ihrer Autonomie bestehen. Und der Kanton? Findet es sei ja alles in Ordnung, auch wenn die Zusammenarbeit (Behandlungskette genannt) zwischen Spitälern (=kantonal) und Spitex (=kommunal) überhaupt nicht funktioniert. Ist ja wurscht. Wir haben eine Task Force für den Cervelat, was brauchts da noch eine Altersplanung?
Stopp für den Ärztestopp
Gestern hat der Nationalrat beschlossen, den Ärztestopp per Juli aufzuheben. Ziemlich sicher folgt auf dem Fusse die Aufhebung des Vertragszwanges d.h. dass die Krankenkasse alle Ärzte mit Zulassungsbewilligung akzeptieren und bezahlen müssen. Dürfte dann damit enden, dass Krankenkassen mit ihnen genehmen Ärzten Verträge abschliessen, worauf die Patienten und Patientinnen sich die Augen reiben, wieso ihre Ärztin plötzlich nicht mehr mit ihrer Krankenkasse kompatibel ist. Übrigens sind wir Physiotherapeutinnen auch betroffen, denn es kann sein, dass ich zwar mit der Krankenkasse X einen Vertrag habe, aber nicht der zuweisende Arzt, worauf sich der Patient einen neuen Arzt suchen muss oder eine neue Krankenkasse. Ist nur so eine Ahnung, was alles noch kommen kann.
Linksliberal
Heute morgen gedacht: vielleicht sollte ich die Linksliberale Partei gründen? In der Erziehung gilt der Grundsatz, dass nur Sanktionen ausgesprochen werden, die dann wirklich auch durchgesetzt werden können. In Basel-Stadt ist es nun so, dass die Polizei die meisten Verbote gar nicht durchsetzen kann. Ein SP-Mann will nun die Bussen erhöhen (Stichwort „Littering“). Wie wäre es denn mit mehr Abfallkübeln, mehr Angestellten für die Reinigung, weniger Bewilligungen (!) für Fastfood-Verpackungs-Stationen?