Ich warte auf Patienten, die ihren Termin irgendwie vergessen haben – andere warten auf Bundesratsjets die Schweizer aus Libyen zurückfliegen sollen. Vielleicht hats der libysche Staatschef einfach vergessen? Ist ja auch einfach zum Vergessen…
Kategorie: Denk-Rad
Unfälle
Gestern gerade von zwei Velounfällen gehört. Auto schiesst Velo im Kreisel ab – einmal Beckenbruch, einmal zerschlagene Knie, Velo Totalschaden. In den Autos sassen keine jugendlichen Raser, sondern ältere Damen.
1. Die Fahrtüchtigkeitsprüfung muss durch einen Vertrauensarzt und nicht durch den Hausarzt durchgeführt werden.
2. Zwingend gehört eine Verkehrssicherheitstest dazu. Vielen ist nämlich noch nicht klar, wie so ein Kreisel funktioniert. Dass da jemand auch schon mal die Richtung verwechselt (linksrum) kann schon vorkommen.
3. Von mir aus ab 50. Ist doch schön, wenn man als guter Autofahrer einmal sein Können beweisen kann, oder?
4. Gute Besserung den beiden Herren!
Heisse Stille
oder stille Hitze herrschte heute auf den Strassen. Keine Fussgängerinnen, wenig Velofahrende – einfach zu heiss. Alle konnten offenbar laaange Siesta machen. Ausser die mit den innenklimageschützten Geländewagen, die mussten irgendwohin und haben nicht gemerkt, dass draussen Stille herrschte.
Bleibe extra lange noch in meiner Kellerpraxis (nicht dunkel, aber wunderschön kühl). Der Fahrtwind ist mir noch zu warm.
Feiertag
Heute ist Mariä Himmelfahrt, ein katholischer Feiertag. Für uns in Basel bedeutet das Lastwagen-Stau, da Frankreich Sonntag hat, Basel und ein Teil der Schweiz aber nicht. Im Kanton Aargau wirds dann ganz spannend, da gewisse Bezirke (Laufenburg) katholisch sind und also heute Feiertag haben, andere z.B. Baden aber nicht. Zwangsläufig statt Gartenarbeit (streng verboten!) im Bezirk Laufenburg Sonntagsbrunch (erlaubt!) in Frick genossen. Auch schön.
Originell
Die Suchthilfe Region Basel braucht, wie viele andere Vereine, Geld. Dazu schickt sie mit ihrem Jahresbericht auch einen Einzahlungsschein, wie viele andere auch. Originell ist aber der Brief an den Papierkorb bzw. den Zeitungssammler auf der Rückseite! Witzig wird erklärt, wie zum Beispiel der Zeitungsstapel ja leicht auseinanderrutschen und so den Einzahlungsschein wieder freilegen könnte. Das hat mich überzeugt. Bei so viel Originalität muss ich einfach spenden. Hut ab!
Geschäfte
machen nun alle Hygienefirmen, die ganze Systeme zur Eliminierung von Bakterien und Viren anbieten. Gestern im Fernsehen Demonstration einer solchen Schleuse: Mann stellt Aktenkoffer hin, verreibt Steri-Gel auf die Hände, legt Gesichtsmaske an und….nimmt den Aktenkoffer mit den sterilen Händen wieder. Immerhin geht der Mann mit dem Gefühl von Sauberkeit. Ist ja auch schon was. Und der Aktenkoffer hat keine Fettfinger am Griff.
Gleichstellung
ist ja immer wieder ein Thema, die von Frau und Mann (gibt ja auch noch andere). Bei den politischen Veranstaltungen ist es so: Spitex = 90 % Frauen, Energie = 100 % Männer. Werde mich trotzdem für die Energiegespräche im Wenkenhof anmelden, auch wenn die Referenten ausschliesslich (!) männlich sind. Immerhin ist die Geschäftsführerin von sun21 eine Frau. Und die Veranstaltung findet NICHT am 27.8. sondern am 21.9. statt. Ein Workshop befasst sich mit der Mobilität, Weiterbildung also für die velofahrende Linkskurve.
Was ist los mit dem 27.8.
Nachdem ich ja schon über die Terminkollisionen berichtet habe, treffen laufend neue Einladungen für genau diesen Tag ein. Die Rheumaliga feiert ihr 60 Jahre Jubiläum (mit Apéro) und auch das Museum der Kulturen möchte genau an diesem Tag eine Vernissage durchführen. Ist irgendwie schon eingenartig. Was ist denn mit all den anderen Tagen im Jahr? Im November, wo es eh schon trist und traurig ist, gäbe es ja auch einige Möglichkeiten…
„Die Zeit“
ist ja nicht nur vergänglich, sondern auch eine Zeitung. Interview mit dem Chefredaktor Giovanni di Lorenzo heute in der BaZ. Schätze di Lorenzo seit vielen Jahren, zu Beginn noch als Moderator einer Talksendung, für seinen intelligenten Journalismus. Frage mich nun, ob dieses Interview einen Wendepunkt im Journalismus der BaZ bedeutet oder ob ich weiterhin mit vielen bunten Bildern und wenig Text auskommen muss. Es wurden ja auch fleissig Stellen abgebaut und eigentlich machen Sport und Todesanzeigen einen Drittel der BaZ aus. Ich möchte so gerne glauben, dass es ab heute aufwärts geht. Bei der Zeit ging es ja auch…(übrigens neu mit Schweizer Beilage)
Ausverkauft!
Nachdem sich jetzt mehrere Patienten geweigert haben, mir die Hand zu schütteln (Anweisung der Fernseh-Experten), habe ich meine Flasche Sterilisations-Flüssigkeit, die ich übrigens schon lange habe und brauche, prominent auf die Empfangstheke gestellt. Nach den diversen Türgriffen macht so ein Handschüttelverbot natürlich Sinn. Ganz zu schweigen von den Touch screens (jetzt mit Stift zu bedienen), Einkaufswagen (? vielleicht Handschuhe) und Geldmünzen (Geldwäscherei!), die gerne vergessen werden.
Die Apotheke war darum auch ziemlich ausverkauft, was die Fläschli betrifft. Dafür eine nette Diskussion mit der Pharmaassistentin geführt. Wir waren uns einig: wenigstens waschen sich die Leute nun nach der Toilette die Hände!
Kalorien-Kollision
Am 27. August finden so um die hundert Anlässe statt, nehme ich mal an. Ich muss wählen zwischen Vernetzungs-Apéro zur „aktion gesundes körpergewicht“, KMU Networking-Grill, Dialog mit der EBM (natürlich auch mit Apéro) und der Public Health Conference in Zürich (Kaffee und Lunch inbegriffen). Mein Programm heisst nun arbeiten in meiner eigenen KMU-Praxis ohne Grill, dafür Besuch bei der Gesundheitsförderung Baselland und verschieben des Dialogs mit der EBM auf den 1. September. Die Conference muss ohne mich auskommen.
Visionen
Die gute Nachricht zuerst: die Masken sind jetzt an prominenter Stelle bei den Hygieneartikeln gelandet, fertig mit der Lagerung neben den Putzmitteln! Wir rüsten uns für die Pandemie. Die Aktien der Firmen für Masken und Sterilgel sollte frau jetzt kaufen, wenn sie denn je Aktien kaufen täte. Was sie aber nicht tut, denn frau investiert in gute Handwerker und alte Häuser mit Gemüsegärten 😉
Wenn die Visionen der Pandemie-Experten wirklich stimmen, dann haben diejenigen die besten Überlebensraten, die zuhause am Computer sitzen und möglichst wenig Körperkontakt mit anderen Menschen haben. Interessantes Szenario.
Ferienrest
Was bleibt von Ferien eigentlich so übrig? Hoffentlich Erholung, neue Ansichten, gelesene Bücher.
Für alle die ausserdem noch „Münz“ übrig haben, hier wäre ein sinnvoller Einsatzort.
Couvert nehmen, Geld rein, Marke drauf, abschicken und schon ist eine gute Tat getan.
Bloggade
Manchmal fällt auch der Linkskurve nichts mehr zu schreiben ein. Schweinegrippe, die ja mal die Mexikogrippe war und nun in einigen Ländern neue Grippe heisst, ist ja nicht wirklich ein Thema. Passt aber zur Wirtschaftskrise, die ja irgendwie vorbei aber doch noch da ist. Ich frage mich nur, wer das wie ausrechnet, wenn jemand kurzarbeitet und dann auch noch die Grippe erwischt. Ist er dann nur kurzkrank? Oder freuen sich die anderen, weil sie dann wieder mehr arbeiten müssen dürfen? Vielleicht sollte ich doch die Masken kaufen, die übrigens im Coop bei den Putzmitteln liegen. Hätte sie logistisch zu den Hygieneartikeln getan, aber so ist auch gut.
Ruhe vor dem Sturm
Der Himmel ist schwarz, die Wettervorhersage sieht es ebenso. Unwetter sollen kommen. Ich nutze die regenlosen Minuten, die mir offenbar noch bleiben, und fahre rasch zum nächsten Patienten.