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Politblog von Pia Fankhauser

 

Ja zur Grundversorgungs-Initiative

Dieser Artikel wurde am 4. Dezember 2015 um 14:41 von Pia Fankhauser in der Kategorie Allgemein, Denk-Rad veröffentlicht.
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Wieso ich Mitglied des Initiativkomitees „Ja zum Bruderholzspital“ bin

– Öffentliche Spitäler heissen so, weil sie im Besitz des Kantons und damit der Bevölkerung sind. Dann muss diese Bevölkerung auch mal gefragt werden, wenn wesentliche Änderungen stattfinden. Beim letzten Mal als es um das ZAR ging, konnte die Bevölkerung nur tatenlos zuschauen.

– Spitalplanung kann nur stattfinden, wenn es noch funktionierende Spitäler gibt. Die katastrophale „Neuorganisation“ der Frauenklinik vom Bruderholz- zum Bethesda-Spital, die viel Frustration ausgelöst hat und immer noch auslöst, trägt nicht zum Vertrauen bei. Der Initiativtext stärkt die Grundversorgung und dazu gehört auch die Frauenklinik.

– Das angedachte Ambulatorium TOP (wieso müssen es eigentlich immer drei Buchstaben sein?) auf dem Bruderholz widerspricht der Aussage des Regierungsrates, dass es sich um ein ausgelagertes und also selbständiges Spital handle. Bei der Frauenklinik wird nicht interveniert, aber die Neupositionierung namens TOP wird schon auf allen Kanälen verkündet.

– Ich unterstütze ausdrücklich die gemeinsame Spitalplanung mit Basel-Stadt. Dazu braucht es eine gute Abdeckung der Grundversorgung. Die demografische Entwicklung fordert andere Betten, nicht kürzere Aufenthalte. Bewusst haben die Grauen Panther den Demografie-Bericht aufgeschaltet. Weshalb also nicht auch die Pflegeheime in die Planung einbeziehen? Und die ambulanten Grundversorger? Und was ist mit der neurologischen Rehabilitation?

– Wohin sollen all die Menschen in einer ökonomisierten Welt, die am Rande der Gesellschaft medizinische Hilfe benötigen?

– Die desaströse Personalpolitik führt zu Abgängen von Ärzten aber auch von anderem Personal. Das wäre schon schlimm genug. Aber Patienten verlieren damit ihre Kontaktpersonen, die sie teilweise über Jahre betreut haben. Damit gibt es übrigens auch keine Einnahmen mehr und die Spirale dreht sich munter abwärts. Wer glaubt denn ernsthaft, dass die TOP dann noch Patienten hat?

– Was ist eigentlich mit der Ausbildung im Spital? Ist diese noch sichergestellt? Wo sollen AssistenzärztInnen hin?

Das Initiativkomitee will eine Spitalversorgung für ALLE. Hinter dem stehe ich.

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Menschenmedizin

Dieser Artikel wurde am 2. Juli 2015 um 19:50 von Pia Fankhauser in der Kategorie Allgemein veröffentlicht.
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Diese Woche stand das Gesundheitswesen bzw. das (Bruderholz)Spital wieder einmal im medialen Interesse. Basel-Stadt und Basel-Land wollen ihre Spitäler in eine gemeinsame Holding überführen. So weit so gut. Prima, finden viele. Endlich sind sie vernünftig geworden. Es gab dann noch einige Unstimmigkeiten wegen Verknüpfung mit dem Univertrag, aber sonst wenig Kritik. Nur die SP Baselland spielte den Spielverderber und veröffentlichte einen ganzen Fragekatalog
Zu den Fakten:
Basel-Stadt ist der Kanton mit den höchsten Krankenkassenprämien und zu vielen Betten. Basel-Land ist der Kanton mit dem Defizit, den steigenden Krankenkassenprämien und den falsch budgetierten Spitalkosten. Zudem ist BL noch der Kanton mit steigender Einwohnerzahl und einer starken Alterung .
Beiden Kantonen ist gemeinsam, dass sie die Spitäler ausgelagert haben und sie für die medizinische Versorgung der Bevölkerung zuständig sind.
Ich gehe davon aus, dass die Regierungsräte von Ökonomen beraten werden. Und von Kommunikationssprechern, die ihnen die Medienkonferenz organisiert haben. Anders ist es mir nicht erklärbar, dass entgegen den Zuständigkeiten die Regierungsräte quasi über zwei Stufen tätig werden und wirklich verkünden, dass das Bruderholzspital zu einer Tagesklinik umfunktioniert werden soll. Ist das nicht die operative Aufgabe der ausgelagerten Betriebe? Wie wäre das gewesen:
In einer Medienkonferenz wird verkündet, dass die Verwaltungsräte aller (!) ausgelagerten Spitäler den Auftrag erhalten, sich Gedanken zu einer Spital-Holding BS/BL zu machen und bis XXX ihre Stellungnahmen abzugeben haben. Dann wären die diversen Verwaltungsräte zu ihren CEOs gegangen und hätten das diskutiert. Dann wären auch die beiden Psychiatrischen Kliniken einbezogen worden.
Nun aber entsteht der Eindruck, dass es den Regierungsräten gar nicht um den Bedarf (Demografie siehe oben) der Bevölkerung geht, sondern nur um Projektmanagement. Nach dem ZAR (Zentrum für Akutgeriatrie und Rehabilitation) soll es nun TOP (Tagesklinik für operative und interventionelle Eingriffe) richten und immer ist es das Bruderholzspital, das einmal ganz geschlossen, woanders gebaut und dann zurück- und neugebaut wird. Gibt es wirklich einen Bedarf an Operationen? Ist nicht der Bedarf an Rehabilitation und Geriatrie grösser? Wo sind die Versorgungszahlen? Wie ist die Wahrnehmung von Bettenverknappung in der Winterzeit, wie sie im Text der Medizinischen Notrufzentrale in der aktuellen „Synapse“ der Ärztegesellschaft Baselland beschrieben wird?
Öffentliche Spitäler müssen für alle möglichen Epidemien eingerichtet sein, alle Katastrophen und viele nicht planbare Notfälle. Deshalb gibt es sie. Es geht um Menschen und Medizin. Für das Personal des Bruderholzspitals muss diese Medienkonferenz ein Schlag ins Gesicht gewesen sein. So zum Beispiel für die Frauenklinik (oder ist gebären ein „interventioneller Eingriff“??)
Der Begriff Menschenmedizin kommt übrigens von dieser Seite mit empfehlenswerten Gedanken

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