1 Kiste

1980
1980

 

 

Aufräumen ist die Beschäftigung des modernen Menschen. Früher gab es nicht so viel, die Habseligkeiten hatten in 1 (!) Kiste Platz. Heute beschäftigt sich eine ganze Branche damit, wie wir unseren ganzen Sachenreichtum irgendwie sortieren können. Es gibt Ratgeber und sogar Beraterinnen, die nach Hause kommen um zu helfen, all die teuer erkauften Dinge wieder loszuwerden. Mein Liebling ist das Kistenmodell (1 für „Kann weg“, 1 „Irgendwie verteilen“, 1 „Behalten“). So viel zur Theorie.

Gestern war nun Estrich-Räumtag. Als Queen Mum und unsere Familie vor bald 18 Jahren zusammenzogen, kamen auch meine alten Schulsachen wieder zu mir. Da ich sehr lange in Ausbildung war, gab es nun kistenweise Bücher, Ordner und Mappen, ergänzt durch Bücher, Ordner und Mappen von Prinz und Prinzessin, die auch schon länger in diversen Institutionen gebildet werden. Musste feststellen, dass meine Fertigkeiten in Stenographie wohl nie mehr gefragt sein werden – gerade deshalb habe ich das Heft behalten. Andererseits habe ich sehr viel Zeit mit mathematischen Funktionen verbracht, die mein Hirn sicher gefordert haben, die aber nie Anwendungen fanden. Also weg damit. An vieles konnte ich mich ehrlich gesagt nicht mehr erinnern, aber mit den Zeichnungen zur Geologie hatte ich offenbar sehr viel Zeit verbracht. Kamen also auch in die „Behalten“-Kiste. Die Generation Y hat da wenig Probleme: kann alles weg, ist eh auf Wikipedia zu finden.

Für meine Jugendbücher mache ich einen Spaziergang zum Bücherbroki. Noch nicht ganz geklärt ist das Schicksal meiner Gitarre (passt nicht in eine Kiste…) und der ehemals für sehr ergonomisch gehaltenen Stühle, bei denen man auf den Knien sitzt.

Autor: Pia Fankhauser

Nicht nur links denkend. Menschen, Politik, Medizin, Technik und das Leben beschäftigen mich.

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