Wandel

Seit Samstag führe ich einen StudentInnenausweis spazieren, in meinem Alter! Bis Ende Juni gelte ich als Studentin und absolviere einen CAS in e-health. Der erste Tag galt der Übersicht über die Entwicklung unserer Gesellschaft im allgemeinen und der technischen Entwicklung im Bereich der Gesundheit im besonderen. Allgemein bekannt ist, dass wir von der Agrar- über eine Industrie- bis zur Wissensgesellschaft gewandelt sind, in der Grenzen und Gruppen andere Bedeutungen haben. Wir googeln statt dass wir in die Bibliothek marschieren, wir unterschreiben online-Petitionen und boykottieren Amazon, wenn im Fernsehen ein Bericht über die dortigen Arbeitsbedingungen erscheint. Wir verhalten uns politisch, ohne in einer Partei zu sein und besuchen Parteiversammlungen nur noch an der Generalversammlung, vorzugsweise mit Apéro.

Müsste sich die Demokratie dann aber nicht fragen, wie wir das hinkriegen, wenn doch alles auf den Parteien basiert? Symptomatisch sind die Fraktionslosen im Landrat, die wahrscheinlich einfach die Trendsetter für die Entwicklung weg von den Parteien sind. Sinnlos ist eigentlich auch die Diskussion, ob der Regierungsrat am 3. März links oder rechts ist, weil Sachfragen viel relevanter wären. 2015 nominiert vielleicht der VCS Velofahrende oder die Wirtschaftskammer direkt einen Sanitär-Installateur (praktisches Wissen ist auch im Regierungsrat unabdingbar..), die Frauen eine Frau, die Jungen eine junge Frau etc. Eher wahrscheinlich 2019 oder 2023, wenn wir bei dem System bleiben, das interessanterweise auf die Olympiade verweist mit dem 4-Jahresrhythmus. Die Kantonsgrenzen kann man dann auch grad weglassen und endlich in Räumen denken, in denen wir leben.

Die Stichwörter sind Kommunikation, Partizipation, Transparenz. So kurz und doch so weit weg.

Autor: Pia Fankhauser

Nicht nur links denkend. Menschen, Politik, Medizin, Technik und das Leben beschäftigen mich.

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