Saure Gürkchen

Die Sommerferienzeit wird gerne als „Saure Gurken-Zeit“ bezeichnet. Es geschieht wenig Wichtiges, die Politik ruht, die Zeitungen sind dünn. Im Garten wachsen die Gürkchen, die einmal als „Cornichons“ im Glas enden werden. Beim Pflücken derselben habe ich mich gefragt, ob es wirklich nicht möglich wäre, gehaltvolle Artikel auch im Sommer zu schreiben. Die BaZ bringt eine Serie „unserer“ Baselbieter Schlösser, die gemäss Entlastungspaket verkauft werden sollen. Wir haben Wildenstein, Ebenrain und Bottmingen. Finde alle drei schön, aber nicht gleich wichtig. In einer Zeit, wo die Auslagerung der Spitäler in öffentlich-rechtliche Anstalten offenbar zum Standard gehört, sehe ich nicht ganz, wieso wir die Schlösser im Staatsbesitz halten müssen. Gut eines zu Repräsentationszwecken, aber drei? Und während die BaZ die Auslagerung („endlich!“) bejubelt, trauert sie den Schlössern hinterher. Würde zu gerne eine Grundsatzdiskussion darüber führen, was ein Staatswesen wie der Kanton Basel-Landschaft eigentlich alles besitzen muss (drei eigene Tankstellen?). Vielleicht nach den Sommerferien?

Autor: Pia Fankhauser

Nicht nur links denkend. Menschen, Politik, Medizin, Technik und das Leben beschäftigen mich.

2 Gedanken zu „Saure Gürkchen“

  1. Wer sagt „endlich“ zur Auslagerung der Spitäler, die BAZ oder Du? Ich nehme an, die BAZ.
    Staatsbesitz:Von mir aus könnte der Staat den ganzen Boden in Besitz haben und im Baurecht abgeben und somit der Spekulation entziehen. Zu spät? Aber trotzdem ein Gedanken wert!

    1. Zur Klärung des „endlichen“ habe ich es nun in Anführungszeichen gesetzt. Ich sehe überhaupt nicht ein, weshalb man Spitäler auslagern sollte. Der „Gesundheitsmarkt“ existiert in der Grundversorgung gar nicht. Bin gleicher Meinung: Boden in Staatsbesitz behalten, auch dies ein Grundsatz, den man diskutieren sollte.

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