Männer in Hinterzimmern

Philipp Loser kommentiert in der heutigen Basler Zeitung die Entstehung der Nationalratsliste der FDP. Hans-Rudolf Gysin wurde quasi in den Senkel gestellt, worauf nun die Liste plötzlich von Quereinsteigern und anderen bevölkert wird. Das Ganze findet – so Loser – unter Männern in Hinterzimmern statt. Das glaube ich gerne. Nur wird das Vorgehen überhaupt nicht in Frage gestellt und Frauen kommen dabei nicht vor. Allerorten wird die tiefe Wahlbeteiligung bedauert. Die Frage, ob es wohl an den nicht involvierten Frauen liegt, die nicht mehr wählen gehen, stellt sich unter Männern offenbar gar nicht. Weiter hinten steht in der Basler Zeitung dann auch, dass eine der beiden FDP-Frauen die Frau eines berühmten Mannes sei (danke, das finden wir Frauen immer ganz toll!) und die Begeisterung für die andere ist nicht wirklich greifbar. Bei den Männern steht dann gerne „charismatisch“ und „erfahren“, bei den Frauen „Glamour-Faktor“. Fehlt nur noch, dass die BaZ, wie in einer orthodoxen New Yorker Zeitung, die Frauen von den Bildern löscht. Im Übrigen glaube ich nicht an die Taktik der FDP, aber da ich nicht in Hinterzimmern zu finden bin, werden sich die Herren ohne meine Meinung durch die Wahlen kämpfen müssen.

Autor: Pia Fankhauser

Nicht nur links denkend. Menschen, Politik, Medizin, Technik und das Leben beschäftigen mich.

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