Umfrage

Offenbar bin ich so etwas von durchschnittlich, dass ich sehr viele Anfragen von demoscope und Link erhalte. Sonntagabend habe ich mit einem 25-minütigen Interview verbracht, das mein Medienverhalten erforschen soll. Zusätzlich durfte ich jetzt auch noch meine Internetgewohnheiten darlegen. Es ging um Zeitungen/Zeitschriften und ihre Websites. Speziell finde ich auch die Widerspruchs-Fragen: „Haus, Auto und Inneneinrichtung sind mir wichtig“ (ja; nein; unentschieden) zu „Materielle Dinge sind mir nicht wichtig“ (ja; nein; unentschieden). Stelle mir vor, wie die Warnlampen im Forschungsinstitut aufleuchten, wenn ich beide Fragen mit ja beantworte. Von diesen Fragen gab es etliche, davor und danach musste ich ca. 100 Zeitschriften einordnen, auch wenn ich darin nur geblättert habe. Wieviele Ausgaben von 6 aufeinanderfolgenden haben Sie gelesen oder durchgeblättert? 6 von 6, 5 von 6…? Die Dame am anderen Ende tat mir leid, denn ca. 100 Mal dieselbe Frage zu stellen, finde ich auch nicht so spannend. Und eigentlich merkt sie ja nicht, wenn ich ins Blaue fantasiere. Oder doch? Was würde geschehen, wenn jede/r irgendetwas erzählen würde? Wie z.B. ich habe 6 von 6 Ausgaben von Auto/Moto irgendwas gelesen? Oder hätte ich alle Widerspruchs-Fragen mit unentschieden beantworten sollen?
Ach ja, vielleicht das nächste Mal. Dann mache ich es wie alle bei der Minarett-Umfrage: sage nein und stimme ja.

Autor: Pia Fankhauser

Nicht nur links denkend. Menschen, Politik, Medizin, Technik und das Leben beschäftigen mich.

7 Gedanken zu „Umfrage“

  1. Also, ich erzähle nie die Wahrheit bei solchen Umfragen. Ich finde es schon eine Frechheit, dass ich von den Forschungsinstituten ohne Bezahlung für ewig und 10 Minuten am Telefon hänge. Daher MUSS ich die verarschen.

    Zudem ergibt das ja schlussendlich eine Statistik, die dann auf die Bevölkerung aufgerechnet wird. Also, eine repräsentative Umfrage bei 1000 Schweizer soll ergeben, was 7 Mio. wirklich denken und machen. Da muss man wirklich lügen. 🙂 Es kann nämlich niemals die ganze Wahrheit rauskommen auf diese Art.

  2. Da habe ich es besser: Ich frage direkt, ob sie noch interessiert sind, wenn sie mein Alter kennen! Ich bin nämlich über 70 Jahre alt, dann melden sie sich schlagartig ab! So Grufties haben nicht mehr zu melden, sie sind sowieso in spätestens 30 Jahren tot!

  3. REPLY:
    Da wärst du dann wahrscheinlich auch nicht die einzige. Ich frage mich immer, wie die auf einen Durchschnittslohn von CHF 6000 pro Schweizer kommen. Ich bin da massiv darunter! Massiv!

    Wobei auch da würde ich bei einer Umfrage lügen und zwar würde ich tiefstapeln! Also meinen Lohn nochmal halbieren… 🙂

  4. Ähnlich nervenaufreibend wie gut einstündige Umfragen am Telefon (jawohl, bis das Ohr schmerzt!) sind die ganzen Unterschriftensammler an den grossen Bahnhöfen der Schweiz. Das morgendliche Pendeln artet nicht selten in einem Hindernislauf aus.

    Genial die Taktik meines Kollegen welcher dem Greenpeaceaktivisten versuchte sein eben erstandenes M-Budget Sandwich zu verkaufen. Selbstverständlich mit dem Hinweis, dass der Schinken darin nicht viel zu leiden hatte und die Tomaten ein schönes Leben in der spanischen Sonne genossen. Nach ca. 20 Sekunden war vom dem Gesandten des grünen Friedens nichts mehr zu sehen.

    Eventuell sollte man mit den Umfragen im selben Stil verfahren. Einfach mal über ihr Arbeitsleben (wieviele Personen pro Tag befragen Sie? Wie hoch ist Ihr monatliches Bruttoeinkommen? Quälen sie gerne Leute am Telefon? Wenn ja bitte in einer Skala von 1-10) befragen und am schluss dafür danken dass sie an einer nicht repräsentativen Umfrage teilgenommen habe.

    Wobei noch anzufügen sei, dass auch diese Telefonistinnen nur einfache Arbeiter sind welche in einem Grossraumbüro mit 50 Anderen (die man auch ab und an hört) irgendwelche Computerselektierten zu befragen haben… tauschen möchte ich nicht.

  5. REPLY:
    mit der Gegenfragerei. So kann man die Sozialkompetenz noch etwas üben. Seit ich eine Freundin hatte, die ihr Studentinnengeld mit Umfragen verdiente, bin ich wohl geprägt. Damals musste man die Umfragen noch im Freundeskreis und in Einkaufszentren durchführen. Wieviel verdienen wohl die Telefongesellschaften an dem Ganzen?

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