Swisscom komm!

Das alte Haus war bis vor kurzem telefonisch nicht zu erreichen. Wunderbar, diese Ruhe. Denn es herrschte dort völlige Funkstille, zu viel Schattenloch eben. Aus unfalltechnischen Gründen wurde aber doch der Einbau eines Festnetzanschlusses nötig, denn woher sollte im Falle eines Falles (von der Leiter z.B.), die Hilfe kommen? Der Elektriker erklärte sich zur Organisation bereit. Als die Bestätigung kam, kam auch der Ärger: mein Name existierte nicht! Es war ein rein königmännlicher Anschluss. Ein Anruf und der Eintrag im Telefonbuch war geändert. Wobei der Anruf etliche Minuten mit Zahlen (bei Telefonie wählen Sie die 1, bei Internet die 2 etc.) dauerte. Dann kam aber die Mahnung an den König (schon wieder er!), dass er endlich den Telefonanschluss vertraglich und schriftlich zu bestätigen habe. Also heute wieder unsere Swisscom (für den Kundendienst drücken Sie die 5) angerufen. Es kam Musik, dann „im Moment sind alle Leitungen belegt, bitte haben Sie Geduld“ – Musik – „im Moment…“ – Musik – „im Moment“ – Musik – dann endlich eine Stimme: Sie wünschen? Ich erklärte mein Problem, dass der Eintrag allein der meinige sei und ich auch alleine über meinen Anschluss zu verfügen gedenke (der König hat anderes zu tun). Das sei jetzt schwierig, mhmhmh, er werde mich zwecks Vertragsänderung weiterleiten – Musik – derselbe Herr: es seien alle besetzt, er müsse dies nun selber erledigen. Der König und ich müssen nun gemeinsam bestätigen, dass der Anschluss meiner ist. Geht nicht anders. Der Elektriker hat nur den königmännlichen Namen eingetragen und die Königin mit keinem Wort erwähnt. Und schliesslich ist so ein Elektriker ein wirklicher König, denn er herrscht über die Drähte.

Autor: Pia Fankhauser

Nicht nur links denkend. Menschen, Politik, Medizin, Technik und das Leben beschäftigen mich.

2 Gedanken zu „Swisscom komm!“

  1. es lebe die Bürokratie und…die Gleichberechtigung.
    Vor noch nicht langer Zeit hätte die Königin nicht einmal
    alleine, mit ihrem Geld wohlverstanden, das Haus kaufen können.

  2. REPLY:
    so gesehen – eine rasante Entwicklung! Übrigens hat auch Häfelfingen keinen Handyempfang, das war der BaZ eine ganze Seite und DRS1 eine Mitteilung wert. Leider weiss ich nicht, auf welche Namen die Festnetzanschlüsse lauten 😉

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