Heim und Herd

Fast wäre ich doch beim H gescheitert, aber die Altfeministin musste Heim und Herd schon erwähnen. In der Sonntagszeitung stand, dass ein (mehrheitliches männliches) Forscherteam herausgefunden habe, dass Frauen, die in den Städten Karriere machten, unglücklicher geworden seien im Vergleich zu früher. Dann wurden einige glückliche Landfrauen gezeigt, die aufgehoben zwischen ihren ehrenamtlichen Tätigkeiten und Teilzeitarbeit vor Glück nur so strahlten. Gönne ich ihnen.
Falls jemand aber meint, der Versuch Kinder, Küche und Karriere unter einen Hut zu bringen, habe Glücksgefühle zur Folge, irrt gewaltig. Am meisten ärgert es mich, wenn in den Medien Frauen erscheinen, die es mühelos schaffen (so scheint es), sechs Kinder grosszuziehen, Karriere zu machen und dann fit und fidel in die Kamera zu schauen. Es ist anstrengend und es macht müde. Ich verstehe jede Frau, die mir sagt, dass sie genau dies nicht möchte. Emanzipation ist die Möglichkeit zu wählen. Von Glück war keine Rede.

Autor: Pia Fankhauser

Nicht nur links denkend. Menschen, Politik, Medizin, Technik und das Leben beschäftigen mich.

5 Gedanken zu „Heim und Herd“

  1. Aber „nur“ Kinder und Küche macht auch nicht unbedingt glücklich. Karriere gibt mindestens einige Möglichkeiten, zum Beispiel politisch etwas zu beeinflussen.
    Schon merkwürdig: Je nach Konjunktur sollen Frauen zu Hause (wie jetzt, wo Stellen abgebaut werden) oder mit Karriere glücklich werden.
    Fazit: Jede wählt sich das aus, was sie glücklich machen soll. Und hat dabei hoffentlich Erfolg!

  2. REPLY:
    Zählen Haus-Frauen, die zum Beispiel drei Kinder grossziehen, ihrer betagten Mutter jeden Tag das Essen bringen, einen grossen Garten bewirtschaften, zwei Ziegen, vierzehn Hühner und einen zahmen Nerz füttern, Schwedisch und Russisch lernen und in der Freizeit am liebsten russische Autoren in der Originalsprache sowie Nietzsche und Kierkegaard lesen, eigentlich auch zu den berüchtigten „Nur-Hausfrauen“?

  3. REPLY:
    jetzt sind sie auch noch berüchtigt! Dabei ist doch erwiesen, dass das Führen eines kleinen erfolgreichen Familienunternehmens (gerne auch mit Huhn und Nerz) glücklich und damit die Einnahme von Glückspillen aller Art obsolet macht.

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