Puzzle

Manchmal gleicht die Politik einem Puzzle. In der Tagesschau wird erzählt, dass Krankenkassen Einsicht in die Krankengeschichten haben, ohne dass die Patientinnen dies wissen. Dafür haben die Spitäler mit den Krankenkassen Verträge abgeschlossen. Eigentlich bezahlen wir die Krankenkassen, damit sie die Spitäler bezahlen, nicht damit sie uns bis auf die Unterhosen ausziehen (Datentechnisch gesehen). Nun gut. Abends dann im Club nochmals die Aufarbeitung des Falles Entlisberg. Das Personal verbringt immer mehr Zeit mit Erfassen statt mit Behandeln, dies auf Druck der Krankenkassen. Die notabene auch wieder Einsicht in die Akten in den Pflegeheimen haben. Der Sprecher der Santésuisse meinte dazu salopp: Man könne ja auch mit dem gesunden Menschenverstand arbeiten, da brauche es doch keine Rechtsgrundlagen.
Ich will nicht, dass irgendein Fallmanager, den ich nicht kenne, der nicht an meiner Gesundheit, sondern nur an meinen Kosten interessiert ist, sich an meine Daten heranmacht. Meine Daten sind mindestens so wichtig wie das Bankgeheimnis!
Fertig gepuzzlet!

Autor: Pia Fankhauser

Nicht nur links denkend. Menschen, Politik, Medizin, Technik und das Leben beschäftigen mich.

7 Gedanken zu „Puzzle“

  1. Den Satz mit dem gesunden Menschenverstand habe ich auch gehört. Der ist fast schon unglaublich! Wenn ich Angestellte hätte und diese Angestellten solch gefährlichen Unsinn von sich geben würden, wären sie nicht mehr lange meine Angestellten.

  2. Santésuisse hat einen Auftrag des Gesetzgebers! Wenn der Sprecher dieser Santésuisse sich um Gesetzesgrundlagen foutiert, hat er seinen Auftrag nicht verstanden. So geht es in Bananenrepubliken, so hat auch die UBS in den USA gehandelt. Und so was wollen wir, wir die Versicherten, nicht zulassen. Jetzt sind der Gesetztesgeber und seine Aufsichtsorganen gefordert: Parlamentsmitglieder: Übernehmen Sie

  3. liebe Pia, dass Du dich so über dieses Identifizier-Spiel am Postschalter ereiferst. Das war eine Folge des Geldwäscherei-Gesetzes. Und das war ja im Grunde keine schlechte Sache!

  4. REPLY:
    Die meisten Betroffenen hatten ja nur kleine Beträge auf ihrem Konto. Wo also ist da die Geldwäscherei? Und während wir uns rechtfertigen mussten, wenn mal ein grösserer Betrag verschoben wurde (habe ich erlebt), wurden Milliarden in Hedge Funds verschoben. Das fanden wir dann aber toll? Es gibt eine Meldestelle für Geldwäscherei, das ist schon gut. Aber alles bitte mit Augenmass. Ja, ich weiss, dass das alles nichts miteinander zu tun hat. Ausser mit dem Geld. Und wohin es fliesst oder fliessen sollte.

  5. REPLY:
    ein bisschen grob herübergekommen ist! Ich konnte mir den Kommentar nicht verkneifen, war aber in Eile. Wie das damals war, kann ich selber nicht beurteilen, weil ich damals noch kein Geld hatte (schon gar kein grösseren Summen). Ich kenne die Story nur aus den Schilderungen meiner Mutter, die an einem Schalter mit Geldverkehr arbeitete. Die hat jeweils viel von ausflippenden Kunden erzählt, die jedesmal ihren Ausweis kopieren mussten, wenn sie Geld einzahlten. Verständlich! Sollte es aber dazu beigetragen haben, dass weniger Schwarzgeld und derartiges auf Schweizer Konten floss, dann können wir ja froh sein. Auch bin mit vielem nicht glücklich, was den Fluss des Geldes betrifft. Also: No offence meant!

  6. REPLY:
    Mich hat das damals halt aufgeregt. Das ganze Dorf (so hatte man den Eindruck) musste auf die Post um seine Papiere vorzuweisen. Hats geholfen? Ich weiss es nicht. Gibts da eine Studie drüber? Und ich bin übrigens nicht so empfindlich. In der Politik würde frau es schon gar nicht aushalten 😉

  7. weiss ich nicht. Ich habe vorhin extra noch schnell gegoggelt, aber so auf den ersten Blick nichts gefunden. Kein Wunder: Wir haben ein Bankgeheimnis! Ziel war sicher, die Nummernkonti abzuschaffen, auf denen jeder einfach so schmutzige Millionen deponieren konnte. Ich habe kürzlich Bekannte, die im Finanzwesen tätig sind, gefragt, ob man dieses Gesetz im Internet-Zeitalter noch aufrecht erhalten könne. Man sagte mir, wenn jemand aussergewöhnlich hohe Summen transferiere, erhalte er einen Anruf von der Bank. Nun ja… Es ist ein heikles Thema. Ich habe mich kürzlich in meinem Blog dazu geäussert und eine sehr zermürbenden Streit gehabt. Deshalb meine Vorsicht. Wenn man im Newsgeschäft ist, hat man derzeit ganz schön blanke Nerven beim Thema Bankgeheimnis, das kannst Du mir glauben!

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