Work-Life-Balance

Es gibt ja immer wieder neue Wortschöpfungen. Interessant wäre jetzt herauszufinden, wo ist meine Arbeit und wo ist mein Leben. Sind ja offenbar zwei verschiedene Dinge, die ich ausbalancieren sollte. Im Moment könnte ich jeden Abend irgendwohin. Heute Abend zum Beispiel an die Delegiertenversammlung der SP BL in Zwingen. Angesichts des Wetters und meiner noch hängenden Wäsche werde ich wohl den Abend zuhause verbringen und Wäsche stapeln. Ob das jetzt mein Leben oder meine Arbeit ist kann ich jetzt auch nicht sagen. Wäsche bügeln als Lebensinhalt? Ach warum nicht, da sieht frau wenigstens, was sie getan hat. Und dann wollte ich auch mal das ausprobieren: T-Shirt in 2 Sekunden falten!

Autor: Pia Fankhauser

Nicht nur links denkend. Menschen, Politik, Medizin, Technik und das Leben beschäftigen mich.

11 Gedanken zu „Work-Life-Balance“

  1. Ist das T-Shirt glatt genug für höhere Ansprüche. Könnte man auch rollen, geht vielleicht noch schneller! Oder hängen lassen, bis es gebraucht wird!!!

  2. Es ist ja nicht so, dass man während der Arbeit nicht lebt. Jedenfalls sind die meisten nicht tot, wenn sie arbeiten. 😉

    Habe aber heute gerade herausgefunden, dass Privatleben von Arbeit strikt getrennt bleiben muss. Unser Einkaufschef hat mir heute erklärt, dass wenn er merken würde, dass jemand die von der Firma bezahlte Agenda auch privat gebraucht, er dies sofort unterbinden würde. Schliesslich zahlt die Firma nicht fürs Privatleben.

    Mein Gedanke: Darf ich dann den von der Firma ausbezahlten Lohn überhaupt für private Dinge benutzen? ? ?

  3. Der Ausdruck Work-Life-Balance ist zwar modern und in aller Munde, ist aber eindeutig eine völlig blödsinnige und typisch unnütze Erfindung. Warum dies? Gehen wir doch zurück in die Entstehung der Menschheit. Über tausende von Jahren haben wir als Jäger und Sammler „gearbeitet“, der ganze Tag bestand aus körperlicher Arbeit im Sinne von Nahrungsmittelbeschaffung. Wir wissen, dass wir zur damaligen Zeit pro Tag ca. 40 Kilometer an Weg zurücklegen mussten, um uns adäquat zu ernähren. Die „Arbeit“ wurde täglich, jahrein und jahraus durchgeführt, wer diese „Arbeit“ nicht durchführen konnte, ist gestorben. Ferien oder Freizeit gab es nicht, die „Arbeit“ hat das „Leben“ überhaupt erst ermöglicht!

    Vor ca. 10.000 Jahren kam der Ackerbau hinzu, in dieser Zeit haben wir uns etwas weniger bewegt, wir wurden sesshafter, trotzdem bestand der ganze Alltag aus „Arbeit“, ohne welcher ein „Leben“ nicht möglich war. Später, mit der weiteren Entwicklung des Menschen, kam es zur Spezialisierung, die für das Überleben notwendige Arbeit und wurde aufgeteilt, gewisse Leute haben Nahrungsmittel hergestellt und beschafft, gewisse Leute haben Alltagsgeräte hergestellt. Zuerst wurde Tauschhandel betrieben (Nahrung gegen Geräte et cetera), später wurde dann das Geld eingeführt. Der Grundsatz blieb jedoch immer bestehen, Arbeit ermöglicht Leben.

    In der aktuellen Zeit, insbesondere in unserer Gesellschaftsform (wir sind praktisch alle nur noch so genannte Dienstleistungserbringer), wird Nahrung nur noch von wenigen Leuten wirklich hergestellt und ist praktisch überall und jederzeit erhältlich. Plötzlich gewinnt die sog. Freizeit an Bedeutung, Arbeit wird etwas Schlechtes und wird plötzlich dem „Leben“ entgegen gestellt. Macht dies Sinn? Für mich eindeutig nicht! Der Begriff Work-Life-Balance ist für mich der Inbegriff des fehlenden Verständnisses unserer Herkunft und ein klassisches Zeichen der aktuell herrschenden Dekadenz. Arbeit war und ist ein Teil des Lebens, wer dies nicht versteht, versteht unsere Herkunft nicht!

  4. REPLY:
    interessante Frage! In Zeiten von Finanzkrisen müssen wir unser Geld ausgeben. Hats auf alle Fälle geheissen. Wahrscheinlich ist dein Chef schlecht austariert/-balanciert 😉

  5. REPLY:
    ein Vortrag! Ist es jetzt schlimm, dass ich dieses (Un)Wort gebraucht habe? Wahrscheinlich hattet ihr jetzt alle keine Zeit, das T-Shirt-Experiment auszuprobieren. Ist wirklich lustig..
    Bin einstimmig für die Fun-Life-Balance!

  6. REPLY:
    Ich würde sagen, er ist wohl schlecht ausgelastet!

    Er ist übrigens nicht mein Chef, muss ich hier noch erwähnen. Er ist nur der Chef Einkauf. Mein Chef ist nämlich ein ganz toller Typ. Fair und gerecht und auf dem Boden geblieben. 🙂

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