Netzwerkeln

Gestern Abend gabs dann auch noch den Apéro der Basler Privatspitäler-Vereinigung, erstmals auf landschaftlichem Boden. Viele Leute getroffen, gute Diskussionen geführt. Zum Beispiel: macht die Verselbständigung der Kantonsspitäler Sinn (Vorschlag von Willy Oggier, der den Vortrag hielt)? Warum steigen die Gesundheitskosten und was kann man dagegen tun? Wann ist ein Privatspital gemeinnützig (in der Vereinigung sind es alle, theoretisch) und warum nicht für alle? Dabei fühlte sich der Direktor eines Spitals so sehr in die Enge gedrängt, dass er mir vorwarf, ich hätte überhaupt nichts verstanden. Politisch nicht sehr geschickt, Herr Direktor. Denn dieses Spital hat einen Leistungsauftrag, damit auch Grundversicherte sich dort operieren lassen können. Offenbar ist dies ein Verlustgeschäft, denn mitten im Jahr gab es keine Möglichkeit mehr, ohne Zusatzversicherung dorthin zu gehen. Im Sinne der Fairness müsste vielleicht dies von Anfang an so kommuniziert werden. Denn Grundversicherte aufzunehmen („wir sind gemeinnützig), aber dann doch über nicht gedeckte Kosten zu klagen, finde ich imagemässig etwas schwierig. Die zweite Variante ist die, Menschen mit Grundversicherung einfach etwas früher („blutiger“ in der Fachsprache) nach Hause zu schicken. Irgendwie auch nicht so gemeinnützig, aber das Wort „gemein“ hat ja verschiedene Bedeutungen. Netzwerkeln hat es also in sich…

Autor: Pia Fankhauser

Nicht nur links denkend. Menschen, Politik, Medizin, Technik und das Leben beschäftigen mich.

Ein Gedanke zu „Netzwerkeln“

  1. Alle wollen etwas verdienen, logisch. Aber das Lamento über die Gesundheitskosten, die eigentlich Krankheitskosten sind, kann ich nicht mehr hören!
    Einige sind doch daran, aus dem Staat (eine Gemeinschaft von Bürgerinnen und Bürgern), eine AG (Aktiengesellschaft) zu machen, nach dem Motto Gewinne privatisieren, Verluste sozialisieren. Hatten wir schon…

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