Arena

Gestern erstes Mal Arena, d.h. am Fernsehen. Hab nichts gesagt, da die Themen relativ rasch wechselten und ich so viel hätte klar stellen müssen, dass der Abend vorbei gewesen wäre. Es ging um die Gesundheitskosten und ob es ein Rezept dafür /dagegen? gibt. Gibts natürlich nicht, weil alle etwas anderes wollen. Die einen wollen Geld verdienen (ich auch, aber ich verdiene keine 100000 im Jahr), die anderen möglichst wenig ausgeben (Kantone, Krankenkassen), dann gibts noch die Kranken, die wollen wieder gesund werden und müssen eh zahlen, was es kostet. Wurde viel über Wettbewerb geredet – hab gar nicht gewusst, dass man seine Krankheiten aussuchen kann 😉

Autor: Pia Fankhauser

Nicht nur links denkend. Menschen, Politik, Medizin, Technik und das Leben beschäftigen mich.

2 Gedanken zu „Arena“

  1. Mal vorneweg, ich mag Ueli Maurer und seine SVP nicht.

    Er war gestern morgen bei DRS3 in der Morgensendung zum Interview und er hat etwas Interessantes gesagt: Am Fernsehen hätte man 12 – 15 Sekunden Zeit um Stellung zu nehmen. Man muss lernen, seine Aussage auf den Punkt zu bringen, wer es nicht schafft, dies in 12 – 15 Sekunden zu tun, hat verloren.

    Sicher weisst Du auch, dass Ueli Maurer der Meister der kurzen und knappen Antworten ist. Ich muss ihm Recht geben.

    Zum Thema Krankenkasse kann ich als armer Schlucker folgende Stellung nehmen:
    Um die Prämien in einem bezahlbaren Rahmen zu halten, muss ich die Jahresfranchise aufs Maximum setzen. Das heisst wiederum, wenn ich mal zum Arzt muss, zahle ich die Rechnung meist zu 100% selber. Denn glücklicherweise bin ich nicht so krank, dass ich auf über CHF 2000.– Arztrechnungen pro Jahr komme. Für mich ist die Krankenkasse im Moment somit eine Lose/Lose-Situation. Ich zahle Prämien, aber die zahle ich für nichts, resp. für die anderen Kranken (Sozialprinzip). Wenn’s mich mal erwischt, bin ich ziemlich am Arsch. Die meisten Behandlungen oder Voruntersuchungen muss ich aus rein finanziellen Gründen ablehnen. Das Prinzip der Jahresfranchise sollte geändert werden in ein Bonus/Malus-Prinzip. Wer nichts hat, zahlt weniger Prämie. Wer das Gesundheitssystem ständig in Anspruch nimmt, zahlt mehr Prämie. Aus meiner Sicht wäre das fair. Aus der Sicht eines Schwerkranken wahrscheinlich nicht. Ich glaube aber, dass weniger Leute sich unnötigen Untersuchungen und Behandlungen unterziehen würden (-> Krankheiten aussuchen) und so das Gesundheitssystem gerettet.

    Zudem sollte man den Herren, die behaupten, Alternativmedizin sei nicht wirksam, die Ohren ganz lang ziehen. Nicht alles kann wissenschaftlich bewiesen werden. Aber es ist ein Fakt, dass Alternativmedizin bei Tieren wirkt und Tieren kann man nichts einreden. Menschen schon. Alternativmedizin ist viel günstiger und wirksamer als Schulmedizin und auch logischer und schonender dem Körper gegenüber. Aber warum einen Salbeitee trinken bei Halsschmerzen, wenn es teure Antibiotika auch tun? Und was – zum Teufel – wäre so schlimm daran, wenn ein Placebo seine Wirkung tut? Man nimmt keine Chemie und wird trotzdem gesund, das heisst noch lange nicht, dass man nicht krank war.

    Daher ist es vielleicht besser, dass Du nichts gesagt hast in der Arena, denn das Thema kann man wirklich nicht in 12 – 15 Sekunden abhandeln. Und wenn man laut ausspricht, dass Leute, die sagen sie seien krank, vielleicht gar nicht krank sind, macht man sich nicht gerade beliebt. 😉

  2. REPLY:
    Ja, die SVP kann das gut! Man kann jetzt mal darüber hinwegsehen, dass viele Probleme damit dann nicht gelöst sind, aber es tönt ganz einfach. Je mehr die Leute für die Krankenkasse bezahlen, desto eher wollen sie eine Leistung dafür. Das mit dem Bonus/Malus tönt ja verlockend, aber Achtung: man kann krank werden, ohne etwas dafür zu können. Für mich ist die Idee der Solidarität eben wichtig: Gesunde zahlen für Kranke, Junge für Alte etc. Das mit der Gesundheit ist halt so: alle wollen verdienen, verlieren tun die armen Schlucker.

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